Antrag

Leistungen der Rentenversicherung müssen beantragt werden. Sie werden grundsätzlich nicht „von Amts wegen“ gewährt. Die Erfüllung der Leistungsvoraussetzungen allein reicht nicht aus, die jeweilige Leistung zu erhalten. Allerdings hat der Rentenversicherungsträger den Berechtigten in geeigneten Fällen darauf hinzuweisen, dass er eine Leistung erhalten kann, wenn er diese beantragt.

Der Leistungsantrag ist vom Rechtscharakter her eine einseitige „amtsempfangsbedürftigte“ Willenserklärung mit dem Ziel, eine Leistung (z. B. Rente oder Rehabilitationsmaßnahme) zu erhalten. Er ist in der Rentenversicherung nicht formgebunden, kann beispielsweise also auch mündlich oder per E-Mail gestellt werden. Um eine ordnungsgemäße Bearbeitung sicherzustellen, müssen trotzdem notwendige Antragsvordrucke ausgefüllt und unterschrieben werden.

Antragsberechtigt ist jeder Versicherte oder Berechtigte, der das 15. Lebensjahr vollendet hat. Auch der gesetzliche Vertreter oder ein Bevollmächtigter darf den Antrag stellen. Der Antrag auf Leistungen der Rentenversicherung kann bei jeder Stelle eingereicht werden, die Sozialleistungen zahlt. Auf die tatsächliche Zuständigkeit kommt es nicht an. Zur Entgegennahme von Rentenanträgen sind auch Gemeindeverwaltungen, deutsche Auslandsvertretungen und Versicherungsämter berechtigt.

Sinnvoll im Interesse einer möglichst kurzen Bearbeitungszeit ist es, Rentenanträge direkt beim zuständigen Rentenversicherungsträger, den regionalen Auskunfts- und Beratungsstellen oder den ehrenamtlich tätigen Versichertenberatern unter Vorlage der notwendigen Originalunterlagen (z. B. Personalausweis, Geburtsurkunde, Sterbeurkunde, Versicherungs- und Ausbildungsnachweise) zu stellen.

Anträge auf Leistungen zur Rehabilitation bzw. Teilhabe können auch bei den gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationsträger bzw. bei den Rehabilitationsberatern gestellt werden.

Stellt der Rentenversicherungsträger fest, dass der Antragsteller auf Teilhabeleistungen bereits erwerbsgemindert ist und die Erwerbsfähigkeit durch Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe nicht wesentlich gebessert oder wiederhergestellt werden kann oder solche Leistungen erfolglos geblieben sind, wird der Antrag auf diese Leistungen zur Teilhabe in einen Rentenantrag umgedeutet.