Direktvertrag

Direktverträge schaffen direkte geschäftliche Beziehungen zwischen einzelnen Krankenkassen und bestimmten Herstellern oder einzelnen medizinischen Versorgungszentren. Sie erlauben das Aushandeln von günstigen Konditionen zur Beschaffung von Medikamenten oder zur ambulanten Versorgung.

Direktverträge, auch Selektivverträge genannt, stellen den Gegenpart zu den Kollektivverträgen. Die gesetzlichen Krankenkassen schließen in diesem Fall einen direkten Vertrag mit einer Klinik, einer Klinikgruppe oder einem medizinischen Versorgungszentrum ab und handeln eigene besondere Konditionen aus. Auch Direktverträge zwischen Krankenkassen und den Herstellern von Medikamenten und Medizinprodukten sind möglich.

Für besondere Versorgungsformen oder die Behandlung seltener Erkrankungen können die Verträge individuell gestaltet und auf die Bedürfnisse der Vertragspartner zugeschnitten werden. Das ist ein großer Unterschied zu den bisherigen Kollektivverträgen, bei denen die Landesverbände der Krankenkassen einheitliche Verträge mit den kassenärztlichen Vereinigungen und Landeskrankenhausgesellschaften geschlossen haben. Über das Konzept der Direktverträge sind nicht nur Kosteneinsparungen möglich. Auch das Ausarbeiten von passenden Angeboten für spezielle Patientengruppen in der Krankenversicherung und die Spezialisierung von medizinischen Einrichtungen werden so vorangetrieben.