Krankenversicherung für Studenten

Welche Krankenkasse im Studium günstig ist

Zu Beginn eines Semesters muss jeder Student auch die Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung nachweisen - egal ob gesetzlich oder privat. Zumeist sind Studenten in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichert. Wer sich von der Versicherungspflicht befreien lässt, kann auch einer privaten Krankenversicherung (PKV) beitreten. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die Beiträge und Voraussetzungen während de Studiums.

Der Großteil der Studenten ist über einen GKV-versicherten Elternteil zu Beginn des Studiums familienversichert. Dies bedeutet, dass kein eigener Beitrag zu zahlen ist. Allerdings endet die Familienversicherung mit dem 25. Geburtstag. Verlängert wird die beitragsfreie Mitversicherung um den Zeitraum eines freiwilligen ökologischen, sozialen Jahres oder Bundesfreiwilligendienstes. 

Gesetzliche Krankenkasse für Studenten

Mit Einschreibung an einer deutschen Hochschule besteht grundsätzlich Versicherungspflicht in der GKV. Zuvor greift für die meisten Studierenden jedoch die beitragsfreie Krankenversicherung über einen Elternteil, die sogenannte Familienversicherung. Mit dem 25. Geburtstag endet die Mitversicherung über die Eltern und es beginnt die eigene Mitgliedschaft in einer Krankenkasse. Studenten können sich bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters, maximal jedoch bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres zu den günstigen Konditionen in der GKV versichern.

Aus familiären oder persönlichen Gründen ist eine Verlängerung der Altersgrenze möglich, längstens bis zur Vollendung des 37. Lebensjahres (BSG-Urteil Az. B 12 KR 17/12R).

Studentenbeiträge in der GKV 2018

Status Beitrag 
familienversichert Kein Beitrag 
Krankenversicherung der Studenten (KVdS) 66,33 Euro zzgl. Zusatzbeitrag und Beitrag zur Pflegeversicherung 
Übergangstarif zum Studienabschluss (ab 30. Lebensjahr/14. Semester) 103,75 EUR zzgl. Zusatzbeitrag und Beitrag zur Pflegeversicherung 
Freiwillige Mitgliedschaft (ab 30. Lebensjahr) 142,10 EUR zzgl. Zusatzbeitrag und Beitrag zur Pflegeversicherung 

Der Übergangstarif gilt für Examenskandidaten, die für die Dauer eines Semesters zum günstigen Übergangsbeitrag eingestuft werden. Danach gibt es für Studenten nur noch die Möglichkeit einer freiwilligen Mitgliedschaft in der GKV. 

Befreiung von der Versicherungspflicht

Studenten können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, wenn sie in eine PKV wechseln möchten. Die Befreiung muss bei der gesetzlichen Krankenkasse (AOK, BKK, Ersatzkasse, IKK, Knappschaft) beantragt werden, bei der die Versicherung (der Eltern) besteht. Nur bis zum Ablauf der ersten drei Monate der Versicherungspflicht (ab Immatrikulation) ist die Befreiung überhaupt möglich. In späteren Semestern geht dies nicht mehr.

Einzige Ausnahmen: Besteht eine Familienversicherung, kann sich ein Student erst nach deren Ende befreien lassen. Dies gilt auch in dem Fall, wenn das monatliche Einkommen 395 EUR übersteigt (bei geringfügiger Beschäftigung 450 EUR). Auch hier gilt eine Frist von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht. 

Beihilfe für Studenten

Studenten, die als berücksichtigungsfähige Kinder Beihilfe erhalten, werden sofort mit Immatrikulation in der GKV versicherungspflichtig, sofern keine Möglichkeit der Familienversicherung beim anderen Elternzeit besteht. Wer weiterhin in den Genuss des Beihilfetarifs in der PKV kommen möchte, muss sich innerhalb der ersten drei Monate nach Studienbeginn befreien lassen.

Was gilt bei dualen Studiengängen? 

Bei einem dualen Studiengang findet parallel zu den Vorlesungen an einer Fachhochschule eine Berufsausbildung statt. Seit 2012 werden duale Studenten im Sozialversicherungsrecht wie Auszubildende behandelt. Damit entfällt auch die Befreiungsmöglichkeit in der GKV.

Wie sind Meisterschüler versichert?

Dies hängt davon ab, ob ein Meisterschüler ein Vollzeitstudium oder ein Abendstudium neben einer Beschäftigung absolviert. Wer die Meisterschule im Abendstudium besucht, bleibt weiterhin als abhängig Beschäftigter versicherungspflichtig in der GKV. 

Wer seine bisherige Beschäftigung beendet bzw. ruhen lässt, um sich mit voller Kraft dem Studium in Vollzeit zu widmen, wird als freiwilliges Mitglied nach § 188 Abs. 4 SGB V weiter versichert. Der Beitrag richtet sich als freiwillig versicherter Meisterschüler nach dem günstigen Studentenbeitrag (§ 240 Abs. 4 Satz 7 SGB V).

PKV Tarifrechner

Chance auf PKV-Wechsel

Studienanfänger können gleich zu Beginn in die private Krankenversicherung wechseln. Dafür müssen sie sich von der Versicherungspflicht in der GKV befreien lassen. Studenten erhalten in der Regel keine Information darüber, dass sie statt einer gesetzlichen auch einen privaten Versicherer wählen können. Der Antrag auf Befreiung muss innerhalb der ersten drei Monate nach Einschreibung bei der gesetzlichen Kasse gestellt werden und gilt rückwirkend ab Studienbeginn. 

Wichtig: Die Entscheidung für die PKV ist unwiderruflich und gilt für die gesamte Studienzeit (auch: Zweitstudium). Studenten sollten die genauen Versicherungsangebote in der privaten Krankenversicherung mit den Tarifen der gesetzlichen Anbieter vergleichen. Neben der Absicherung in der Privaten Studentischen Krankenversicherung (PSKV), dem brancheneinheitlichen Tarif, bieten sämtliche Anbieter noch günstige und leistungsstarke Ausbildungstarife an, deren Leistungsspektrum in der Regel oberhalb des Kassenniveaus liegt. 

Private Studentische Krankenversicherung (PSKV)

Mit dem einheitlichen Tarif PSKV verfügen Studenten über eine kostengünstige Möglichkeit, die Vorteile einer privaten Krankenversicherung zeitweise zu testen. Denn die Befreiung von der GKV-Pflicht gilt nur für die Studiendauer. Nicht alle privaten Krankenkassen bieten den speziellen Studententarif PSKV an. Da im Gegensatz zu den Normaltarifen keine Altersrückstellungen aufgebaut werden, kann dieser Tarif besonders kostengünstig angeboten werden. Folgende Unternehmen bieten den Studenten-PKV-Tarif u.a. an:

  • Allianz-PKV,
  • Central Krankenversicherung,
  • Debeka Krankenversicherung,
  • Gothaer Krankenversicherung,
  • Landeskrankenhilfe.

Der Studententarif gilt bis zum 34. Lebensjahr und unabhängig von der Anzahl der Semester. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen individuellen Tarif bei einer privaten Krankenversicherung abzuschließen.

Wie teuer ist die PKV für Studierende?

Die Beiträge für den Tarif PSKV hängen bei allen beteiligten Unternehmen von der Altersgruppe ab. Sie liegen für 2017 / 2018 bei: 

  • 0 - 15 Jahre (Kinder): 64,80 Euro 
  • 16 - 24 Jahre: 76,50 Euro
  • 25 - 29 Jahre: 99,50 Euro
  • 30 - 34 Jahre 91,60 Euro

Der Beitrag zur Privaten Pflegeversicherung beträgt bis zum 34. Lebensjahr 8,37 Euro. BAföG-Empfänger erhalten vom Amt für Ausbildungsförderung auf Antrag seit dem Wintersemester 2016 einen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag von 71,00 Euro und 15 Euro zur Pflegeversicherung.

Darüber hinaus bieten die Versicherer spezielle Ausbildungstarife für Studenten an.

Welche Leistungen bietet der Tarif PSKV?

Für die Leistungen des PSKV-Tarifs gelten gesetzliche Vorgaben. So werden z.B. ärztliche Leistungen maximal bis zum 1,7-fachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Für zahnärztliche Behandlungen gilt eine Beschränkung auf den 2,0-fachen Satz der Gebührenordnung für Zahnärzte. Bei stationären Aufenthalten besteht kein Anspruch auf Chefarztbehandlung und das Ein- oder Zweibettzimmer.

Zusatzversicherung für Studenten

Mitunter ist der Schutz der gesetzlichen Krankenkassen nicht ausreichend. So müssen Studenten z.B. Zuzahlungen bei Zahnersatz, für Brillen und im Krankenhaus leisten. Mit einer privaten Krankenzusatzversicherung kann der Leistungsumfang der GKV erweitert werden. Dafür stehen folgende Zusatztarife zur Auswahl:

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Häufige Fragen zur Krankenversicherung für Studenten

Können die Altersgrenzen für die Studententarife verlängert werden?

In bestimmten Ausnahmefällen können die Altersgrenzen, die für die gesetzliche Krankenversicherung gelten, nach hinten verschoben werden. Studierende müssen dazu einen begründeten Antrag bei der eigenen Krankenkasse einreichen. Zu den Verlängerungsgründen zählen z.B.:

  • familiäre Gründe, z.B. Pflege von Angehörigen
  • persönliche Gründe, z.B. Geburt eines Kindes
  • Notwendiges Aufbaustudium

Welche Auswirkung hat ein Pflichtpraktikum auf die Krankenkasse?

In zahlreichen Studiengängen zählt die Durchführung eines Praktikums zu den Pflichtbestandteilen der Prüfungsordnung. Der Krankenversicherungsschutz läuft in der Regel zu den bestehenden Konditionen weiter. Ausnahme: Wer zuviel verdient, muss sich selbst versichern.

Für ein Pflichtpraktikum als Minijob gilt eine Einkommensgrenze von 450 Euro pro Monat. Für alle anderen Praktika darf das Einkommen die Grenze von monatlich 385 Euro nicht überschreiten. Werden die Grenzen überschritten, kann die Familienversicherung nicht mehr genutzt werden.

Welche Regelung gilt für ausländische Studierende?

Studenten aus einem EU-Land sind bereits über die Krankenversicherung des Heimatlandes versichert. Sie benötigen keine Absicherung in Deutschland. Beim Arzt muss lediglich die europäische Krankenversicherungskarte vorgezeigt werden. Studierende aus anderen Ländern benötigen eine Versicherung in Deutschland.

Wie ist der Krankenversicherungsschutz beim Studium im Ausland?

Grundsätzlich bleibt der Anspruch gegenüber der jeweiligen Krankenkasse bestehen, wenn der Auslandsaufenthalt vorübergehend ist. In diesem Fall ist der Student weiterhin in Deutschland eingeschrieben.

Für den Krankenversicherungsschutz im Ausland ist entscheidend, in welchem Land der Studienort liegt. In Ländern der Europäischen Union (EU), des Europäischen Wirtschaftsraums (EFTA) oder in einem Land, mit dem Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, gilt die Krankenversicherung des jeweiligen Landes. Leistungen können dann im Ausland in Anspruch genommen werden.

In allen anderen Ländern ruht die deutsche Krankenversicherung. Studenten müssen eine separate Auslandskrankenversicherung abschließen.

Wie müssen sich Teilnehmer dualer Studiengänge versichern?

Kennzeichen eines dualen Studiengangs ist die Kombination aus betrieblicher Ausbildung und Studium an einer Fachhochschule. Dieser Personenkreis zählt seit 2012 in der Sozialversicherung als Auszubildender, sofern sie ein Arbeitsentgelt, Studienbeihilfe oder ein Stipendium erhalten. Es ist eine separate Krankenversicherung erforderlich. Wird keine Vergütung gezahlt, gilt die studentische Krankenversicherung.