Krankenversicherung für Freiberufler

Krankenkasse für Freiberufler - GKV oder PKV?

Die Versicherungspflicht in der Krankenversicherung gilt auch für Freiberufler. Ob sie eine gesetzliche oder private Krankenkasse wählen, bleibt ihnen selbst überlassen. Erfahren Sie, welche Vorteile und Nachteile die GKV und die PKV haben.

Krankenversicherung sichert Existenz

Ein Schutz gegen die finanziellen Folgen einer Krankheit oder eines Unfalls gehört zu den existenzsichernden Verträgen. Grundsätzlich sollte ein Schutz für ambulante, stationäre und Zahn-Behandlungen bestehen. Ein Tagegeld sichert das Einkommen bei längeren Erkrankungen. Und im Pflegefall bieten entsprechende Tarife Versicherungsschutz. Freiberufler können selbst entscheiden, welche Krankenversicherung sie haben wollen. Bei entsprechenden Vorversicherungszeiten können sie sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse  versichern. Oder sie wählen aus dem Leistungsspektrum der privaten Krankenversicherung den geeigneten Tarif für sich aus. Für Publizisten und Künstler besteht Versicherungspflicht in der Künstlersozialkasse.

Private Krankenversicherung für Freiberufler

Freiberufler können kraft Gesetz ohne Einkommensgrenzen in die private Krankenversicherung wechseln. Die privaten Unternehmen bieten speziell für Existenzgründer kostengünstige Einsteigertarife an. Auf diese Weise lässt sich die monatliche Fixkostenbelastung bei der Gesundheit senken. Innerhalb einer bestimmten Frist besteht die Möglichkeit, den Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung auszubauen. Für Angehörige bestimmter Verbände gibt es gesonderte Gruppentarife. Merkmale dieser Tarife sind etwas geringere Beiträge und eine erleichterte Antragsaufnahme.

Stichwort Gesundheitsprüfung. Die privaten Versicherer führen vor Vertragsbeginn eine sogenannte Risikoprüfung durch. In dessen Rahmen muss der Antragsteller Angaben zu seinem aktuellen Gesundheitszustand machen und Fragen zu zurückliegenden Behandlungen und Erkrankungen beantworten. Bei gesundheitlichen Beschwerden kann ein Beitragszuschlag, der sogenannte Risikozuschlag, verhängt werden. Bei erheblichen Vorerkrankungen darf das PKV-Unternehmen einen Antrag sogar ablehnen, so dass kein Vertrag zustande kommt.

Mit einer Selbstbeteiligung lässt sich der monatliche Beitrag reduzieren. Der Freiberufler muss dann Arztrechnungen bis zu einem bestimmten Betrag aus der eigenen Tasche zahlen. Rechnungsbeträge, die oberhalb der Selbstbeteiligung liegen, werden von der Krankenversicherung übernommen. Wichtig ist, dass man Rücklagen in Höhe der Eigenbeteiligung bildet, auf die man im Falle einer Krankheit stets zugreifen kann.

Worauf sollte man bei der Wahl der PKV achten? Zumindest folgende Punkte sollte ein Versicherungsvertrag erfüllen:

  • Achten Sie auf einen beitragsstabilen Versicherer,
  • Wählen Sie nur Tarife mit ausreichenden Leistungen im Krankenhaus, beim Zahnarzt und für ambulante Leistungen,
  • Versichern Sie keine Luxusleistungen wie z.B. Krankenhaustagegeld,
  • Achten Sie auf einen ausreichenden Schutz bei Arbeitsunfähigkeit durch das Krankentagegeld.

Gesetzliche Krankenversicherung für Freiberufler

Als Alternative zur Privatversicherung bietet sich die gesetzliche Krankenkasse (GKV) an. Um als Freiberufler Mitglied n der GKV werden zu können, müssen folgende Voraussetzungen vorliegen: In den letzten fünf Jahren vor Ausscheiden aus der Versicherungspflicht muss man

  • mindestens 24 Monate oder
  • unmittelbar vor dem Ausscheiden ununterbrochen mindestens 12 Monate

in der GKV versichert gewesen sein. Die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung kann bis zu drei Monate nach Ausscheiden aus der Versicherungspflicht  beantragt werden.

Freiberufler zahlen in der GKV entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Der Mindestbeitrag in der GKV orientiert sich an der sogenannten Bezugsgröße. Als fiktives Mindesteinkommen werden für hauptberuflich Selbstständige im Jahr 2018 2.283,75 Euro angenommen. Wurde ein Antrag auf Härtefall gestellt oder wird Gründungszuschuss bezogen werden 1522,50 Euro veranschlagt. Wer mehr verdient, zahlt auch einen höheren Beitrag - maximal jedoch bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Die Krankenkasse kann zum Ablauf des übernächsten Monats gewechselt werden, wenn die vorherige Mitgliedschaft mindestens 18 Monate (= Bindungsfrist) bestanden hat. Die Bindungsfrist gilt jedoch nicht, wenn ein Wechsel in die private Krankenversicherung vorgenommen wird. Eine außerordentliche Kündigung ist zudem möglich, wenn der Beitrag einer Kasse erhöht wird oder die Leistungen verringert werden.