Wie erfolgt die Besteuerung bei Wohn-Riester?

Das Wohn-Riester Guthaben kann für selbstgenutztes Wohneigentum abgerufen werden. Das Guthaben des Wohnförderkontos unterliegt der nachgelagerten Besteuerung wie bei allen Riester-Produkten. In der Einzahlphase gilt die Steuerfreiheit der Beiträge.

Abrufbares Guthaben und Entnahme

Der Förderberechtigte kann bis zu 75 Prozent oder 100 Prozent des angesparten Vermögens aus dem Vertrag nehmen, um eine selbstgenutzte Immobilie zu bauen oder zu erwerben. Eine Entnahme von 90 Prozent ist nicht möglich. Derzeit ist eine Entnahme nur dann möglich, wenn dies zeitlich mit der Anschaffung bzw. dem Bau des Wohneigentums zusammenfällt.

Ein Wohn-Riestervertrag funktioniert fast wie ein „herkömmlicher“ Riestervertrag. Im Gegensatz zu anderen Riester-Varianten, bei denen die Auszahlung erst bei Renteneintritt erfolgt, können die staatlichen Zulagen bei dieser Vorsorge allerdings sofort verwendet werden.

Die Geldentnahme erfolgt ohne Rückzahlungsverpflichtung. Wurde das gesamte Kapital entnommen und endet die Geschäftsbeziehung zwischen Anbieter und Sparer, muss der Anbieter dem Sparer mitteilen, dass das Wohnförderkonto an die ZfA abgegeben wurde. Der Sparer besitzt für diesen Fall ein vierwöchiges Widerspruchsrecht.

Besteuerung bei Wohn-Riester

Basis für die Besteuerung ist das Wohnförderkonto. Auf dem Wohnförderkonto befindet sich das in die Immobilie investierte, steuerlich geförderte Altersvorsorgevermögen. Das Guthaben auf dem Wohnförderkonto wird jährlich mit 2 Prozent verzinst. Die Zinsen werden als Ausgleich dafür erhoben, dass eine Nutzung des Kapitals bereits vor dem Renteneintritt ermöglicht wurde, im Gegenzug findet nach dem Renteneintritt keine weitere Verzinsung des Wohnförderkontos statt.

Der Vorteil für Wohn-Riester-Sparer besteht darin, dass der Zinssatz unter der erwartbaren Inflationsrate liegt. Die Verwaltung des Kontos obliegt dem Anbieter und in speziellen Fällen der ZfA. Bei Wohn-Riester-Verträgen erfolgt ebenso eine nachgelagerte Besteuerung mit dem individuellen Steuersatz wie bei allen Riester-Verträgen.

Zu Beginn der Auszahlungsphase wird der Bestand des Wohnförderkontos auf einen Zeitraum bis zur Vollendung des 85. Lebensjahres verteilt. Die sich so ergebenden Raten werden jährlich besteuert. Alternativ kann der Förderberechtigte auch die Einmalbesteuerung zu Beginn der Auszahlungsphase wählen. In diesem Fall werden nur 70 Prozent des Standes des Wohnförderkontos zur nachgelagerten Besteuerung herangezogen. Der Förderungsberechtigte verpflichtet sich im Gegenzug, die Immobilie mindestens 20 Jahre lang nicht zu verkaufen oder zu vermieten.

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