Was ist eine förderschädliche Verwendung bei Wohn-Riester?

Wer das im Riester-Vertrag angesparte Kapital nicht für den vorgesehenen Zweck - zusätzliche Altersvorsorge - nutzt, verwendet es schädlich, schließlich handelt es sich bei der Riester-Rente um ein staatlich subventioniertes Produkt. Wer seinen Vertrag schädlich verwendet, muss damit rechnen, dass er die Förderungen und Steuervorteile zurückzahlen muss. Dies gilt auch für geförderte Wohn-Riester-Verträge.

Bei Riester-Produkten erhalten Sparer eine Zulage sowie Steuervorteile in Form des Sonderausgabenabzugs der Beiträge. Über einen Wohn-Riester-Vertrag erfolgt die Unterstützung für die selbst genutzte Immobilie.

Förderschädliche und förderunschädliche Verwendung

Im Falle eines Verkaufs oder einer Vermietung einer wohn-riester-geförderten Immobilie müssen die staatlichen Subventionen zurückerstattet werden. Sollte die Förderung jedoch in ein neues, selbstbewohntes Eigenheim investiert worden sein, so müssen die Zulagen nicht zurückgezahlt werden. Die Reinvestition muss jedoch innerhalb von zwei Jahren vor der Aufgabe der Selbstnutzung der bisher begünstigten Wohnung oder innerhalb von fünf Jahren danach erfolgen.

Der reinvestierte Betrag muss dem Stand des bisherigen Wohnförderkontos entsprechen. Wurde Kapital, welches der Höhe des Wohngeldkontos entspricht, in einen Altersvorsorgevertrag eingezahlt, entfällt ebenfalls die Rückzahlung der staatlichen Subventionen. Wer sein riestergefördertes Eigentum zeitweise vermietet, muss die Zulagen nicht zurückzahlen, wenn er bis zum 67. Lebensjahr wieder in sein Eigentum zurückkehrt. Wer bis zu einem Jahr vorübergehend woanders lebt, muss ebenfalls keine Förderungen zurückzahlen.

Ein beruflich bedingter Umzug birgt ebenfalls keine Nachteile, sofern innerhalb von vier Jahren ein neues Objekt angeschafft wurde oder Pläne bestehen, bis zur Erlangung des 67. Lebensjahres in das Haus zurückzukehren. In der Zwischenzeit besteht die Möglichkeit, die Immobilie zu vermieten. Förderunschädlich wirkt sich ein Verkauf oder eine Schenkung der Immobilie zwanzig Jahre nach Renteneintritt aus. Bei Trennungen reicht es aus, wenn einer der Ehepartner in dem riestergeförderten Haus wohnen bleibt oder wenn innerhalb einer Vierjahresfrist eine neue Immobilie angeschafft wird.

Wer pflegebedürftig ist und aus einer riestergeförderten Immobilie ausziehen muss, muss nachweisen, dass sein Partner in dem Haus wohnen bleibt. Allerdings besteht die Möglichkeit, die geförderte Immobilie zu veräußern, wenn sich ein Paar bereits in ein altersgerechtes Wohnen einkaufte. Förderunschädlich wirkt sich zudem der Tod eines Ehegatten aus, sofern der Partner in der riestergeförderten Immobilie verbleibt.

Eine förderschädliche Verwendung liegt vor, wenn der Vertrag vor Ablauf der Laufzeit gekündigt wird oder wenn sich die Beitragszahlungen mehr als 12 Monate in Verzug befinden. Der Gesetzgeber spricht des weiteren von einer schädlichen Verwendung, wenn der Sparer ins Ausland zieht und dort steuerpflichtig wird. Kommt es zu einer schädlichen Verwendung, werden die Beträge auf dem Wohnförderkonto ohne Abzüge dem zu versteuernden Einkommen aufgeschlagen.

Weitere Fragen und Antworten