Woran erkenne ich einen beitragsstabilen PKV-Tarif?

Die Beitragsstabilität ist in der privaten Krankenversicherung (PKV) neben den Tarifleistungen das wichtigste Auswahlkriterium. Fraglich ist nun, ob ein beitragsstabiler Tarif dies auch in Zukunft ist. Die Beitragsentwicklung der Vergangenheit gibt sicherlich einen Hinweis auf die künftige Entwicklung. Eine Garantie, dass der Versicherer die Prämien tatsächlich unterdurchschnittlich anhebt, ist dies jedoch nicht. Wenn die Beiträge in einem längeren Zeitraum nicht erhöht wurden, kann dies sogar ein Hinweis auf eine deutliche Erhöhung sein.

Denn durch den medizinischen Fortschritt und höhere Löhne und Gehälter für Ärzte und das medizinische Personal gibt es einen Kostendruck. Dies führt zwangsläufig zu höheren Beiträgen. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen garantiert ein PKV-Unternehmen jedoch die Tarifleistungen bis zum Versicherungsende. Wie erkennt man nun einen beitragsstabilen Tarif? Einen Hinweis gegen die Kennzahlen aus der Bilanz. Eine wichtige Größe ist z.B. die Nettoverzinsung. Damit werden die Altersrückstellungen am Kapitalmarkt verzinst. Da die Überschüsse zum größten Teil an die Versicherten zurückgeführt werden müssen, bedeutet eine hohe Nettoverzinsung einen größeren finanziellen Spielraum zur Abmilderung von Beitragserhöhungen. Privatversicherte erhalten aus dem Kapitalanlagetopf eine sogenannte Direktgutschrift, wodurch eine erforderliche Prämienerhöhung geringer ausfällt.

Zu den Versicherern mit der höchsten Nettoverzinsung zwischen 2006 und 2010 zählen:

  • Debeka: 5,23%,
  • DEVK: 4,93%,
  • Deutscher Ring: 4,56%,
  • Provinzial: 4,46%
  • R+V: 4,43%,
  • SDK: 4,40%,
  • Alte Oldenburger: 4,36%.

Eine weitere wichtige Kennzahl ist die Zuführungsquote zu den Altersrückstellungen. Sie gibt, wie hoch der Anteil der finanziellen Mittel aus den Beitragseinnahmen ist, die für zukünftige Beitragsentlastungen im Alter am Kapitalmarkt angelegt werden. Mit der Zuführung wird berücksichtigt, dass die Gesundheitskosten mit zunehmendem Alter steigen. Bei einem älteren Versichertenbestand ist die Quote geringer, weil ein höherer Anteil der Gelder aus dem Topf an die Versicherten fließt. Daher ist auch stets die Wachstumsquote eines PKV-Unternehmens wichtig. Ein Unternehmen mit geringem Neukundenzuwachs neigt tendenziell zu höheren Beitragserhöhungen.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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