PKV-Wechsel innerhalb der Gesellschaft - Lohnt sich das überhaupt?

Privatversicherte kennen das Procedere: Bis Ende November eines Jahres erhalten Sie die Mitteilung über die PKV-Beiträge des kommenden Jahres. Durch einen PKV-Wechsel innerhalb der Gesellschaft lässt sich der Bann der stetig steigenden Prämien durchbrechen. Ob sich ein Wechsel lohnt und worauf Sie achten müssen.

Das Versicherungsvertragsgesetz bietet nach § 204 VVG die Möglichkeit des PKV-Tarifwechsels. Jeder Versicherungsnehmer hat das Recht, innerhalb der bestehenden Versicherungsgesellschaft in andere, kostengünstigere Tarife zu wechseln, sofern der neue Tarife gleichartigen Versicherungsschutz bietet. Vorteil des PKV-Wechsels innerhalb der Gesellschaft ist, dass die bislang erworbenen Rechte aufrecht erhalten bleiben. Dazu zählt neben dem Gesundheitszustand vor allem die Mitnahme der bereits angesparten Altersrückstellungen.

Beim Tarifwechsel ist vom Versicherten also keine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich. Zudem vermindert sich der zu zahlende Beitrag des neuen Tarifs um die zu übertragenden Rückstellungsbeträge. Dies ist vor allem für ältere Versicherte interessant, für die ein kompletter Wechsel des Anbieters aufgrund der hohen Neugeschäftsbeiträge sowie möglicher Vorerkrankungen nahezu unmöglich ist. Durch den Umstieg in einen "jüngeren" Tarif lassen sich Einsparungen von bis zu 30% im Vergleich zur aktuellen Prämie erzielen. Die Beitragsoptimierung durch einen PKV-Wechsel innerhalb der Gesellschaft ist umso größer, je länger Sie im bisherigen Tarif versichert sind. 

In der Regel wird der Tarifwechsel bei den Privatversicherern nicht gern gesehen. Hintergrund ist, dass die neu an den Markt gebrachten Tarife durch die Altkunden quasi "belastet" werden. Denn langjährig Versicherte verursachen höhere Kosten für Behandlungen und sind häufiger krank, während in den Neutarifen tendenziell eher junge Versicherte mit geringeren Gesundheitskosten anzutreffen sind. Aus diesem Grund werden Wechselwillige meist abgewiesen  oder erhalten nicht die optimale Tarifalternative genannt. Aus diesem Grund sollte man hartnäckig nach verfügbaren Tarifvarianten anfordern oder nach Möglichkeit, einen PKV-Experten einschalten, der sich um die Anforderung der Angebot kümmert.

Ein Knackpunkt beim Tarifwechsel besteht in den versicherten Leistungen. Beim Umstieg wird man selten einen Tarif finden, der exakt die gleichen Leistungsbestandteile enthält wie der bestehende Tarif. Um Minderleistungen und böse Überraschungen bei Erkrankungen zu vermeiden, sollte man einen exakten Vergleich der Tarifaussagen (tabellarische Gegenüberstellung) anfordern. Dabei sollten die versicherten Leistungen für den ambulanten, stationären und Zahn-Bereich aufgeführt sein. Wer ein Krankentagegeld und weitere Tarife abgeschlossen hat, sollte auch dafür einen Vergleich des alten mit dem neuen Tarif anfordern. 

Übrigens: Bietet der günstigere Neutarif mehr Leistungen, darf der Versicherer eine Gesundheitsprüfung für die Mehrleistung verlangen oder einen Risikozuschlag erheben. Sie haben jedoch die Möglichkeit, auf die Mehrleistung zu verzichten, falls Sie mit dem Zuschlag oder einer Ablehnung wegen gesundheitlicher Probleme nicht einverstanden sind. 

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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