Gibt es einen PKV Nichtzahler-Tarif?

Seit August 2013 gibt es in der privaten Krankenversicherung einen sogenannten Notlagentarif für Nichtzahler. Wer mit seinen Beiträgen im Rückstand ist, wird zunächst in den Basistarif umgestuft. Ab dem 13. Monat erfolgt automatisch die Umstellung in den Notlagen-/Nichtzahlertarif. Versicherte erhalten dann nur noch Leistungen für Akut- und Notfallbehandlungen. 

Seit 2009 gilt in der privaten Krankenversicherung eine Versicherungspflicht. Zuvor Nichtversicherte, die dem Kreis der PKV zuzuordnen sind (z.B. Selbständige) mussten wieder aufgenommen werden. Dies galt auch für den Personenkreis, denen aufgrund von Nichtzahlung der Beiträge gekündigt wurde. Die Betroffenen erhielten durch die Gesundheitsreform einen gesetzlichen Anspruch auf Versicherung im Basistarif. Da der Monatsbeitrag für diesen Tarif selbst bei Hilfebedürftigkeit für manche zu hoch ist, bieten einige PKV-Unternehmen besonders günstige Einsteigertarife an. 

Selbst wenn der geringe Monatsbeitrag durch den Versicherten nicht aufgebracht werden kann, hat das Versicherungsunternehmen keine Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen. Nach 12 offenen Monatsbeiträgen erfolgt die Umstellung in den Basistarif. Da in diesem Tarif ein gesetzlicher Höchstbeitrag von ca. 670 Euro pro Monat gilt, erleiden die PKV-Unternehmen größere bilanzielle Verluste als im Normaltarif.

Der monatliche Beitrag für den Nichtzahlertarif liegt je nach Anbieter zwischen 100 Euro bis 120 Euro im Monat. Dafür erhalten Versicherte lediglich Akut- und Notfallbehandlungen sowie die Kosten bei Schwangerschaft. Erst wenn alle Beitragsschulden zurückgezahlt worden sind, kann die Umstellung in den bisherigen PKV-Tarif beantragt werden.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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