Wie rechnet die private Krankenversicherung (PKV) Arztrechnungen ab?

In der privaten Krankenversicherung (PKV) ist der Versicherte selbst Vertragspartner des Arztes. Damit erhält der PKV-Kunde selbst die Arztrechnungen und muss den Betrag auch selbst begleichen. Überschreitet der Rechnungsbetrag die vereinbarte Selbstbeteiligung, kann die Rechnung bei der Versicherung zur Erstattung eingereicht werden. Nach Prüfung auf Inhalt und Höhe überweist der Versicherer den erstattungsfähigen Betrag.

Grundlage für die Abrechnungen bilden die Gebührenordnungen für Ärzte (GOÄ) und Zahnärzte (GOZ) sowie das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH). Versicherte sollten darauf achten, in welchem Umfang die Erstattung ärztlicher Leistungen im Tarif vorgesehen ist. Besonders preisgünstige PKV-Tarife begleichen lediglich die Kosten bis zum sogenannten Regelhöchstsatz, also dem 2,3-fachen Satz der Gebührenordnung. Bei höherem Zeitaufwand oder komplizierteren Behandlungen ist dieser Satz nicht ausreichend. Leistungsstarke Tarife sehen daher die Erstattung bis zum Höchstsatz der GOÄ bzw. GOZ vor, also dem 3,5-fachen Satz.

Bei stationären Aufenthalten erfolgt eine Direktabrechnung zwischen Klinik und Versicherer. Dazu muss der Privatpatient eine Kostenübernahmeerklärung unterzeichnen. Dieses Blatt wird dem Versicherten in der Regel vor der Aufnahme zur Unterschrift vorgelegt. Eine Ausnahme gilt für die Rechnungen bei wahlärztlichen Behandlungen, z.B. Chefarztbehandlung. Diese Rechnungen erhält der Privatversicherte selbst und muss sie zur Erstattung einreichen.

Die Abrechnung der Arztrechnungen erfolgt in der Regel innerhalb von 14 Tagen. Einige Privatversicherer bieten einen besonderen Service und garantieren die Leistungsabrechnung innerhalb von bsi zu vier Werktagen.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

Weitere Fragen und Antworten