Wie werden die Arztkosten in der PKV erstattet?

 

In der privaten Krankenversicherung (PKV) gilt das Prinzip der Kostenerstattung. Dies bedeutet, dass der Versicherte die Arztrechnungen erhält und Schuldner des Rechnungsbetrages ist. Die Rechnungen reicht der Privatversicherte bei der PKV mit der Bitte um Erstattung ein. Das Versicherungsunternehmen überweist den erstattungsfähigen Betrag auf das Konto des Versicherten, der im Anschluss die Arztkosten begleichen kann.

Bei der Einreichung von Arztrechnungen sind stets die Selbstbeteiligung und eine mögliche Beitragsrückerstattung zu berücksichtigen. Wenn z.B. der Rechnungsbetrag bei 300 Euro liegt, der Versicherte jedoch eine Eigenbeteiligung von 400 Euro pro Jahr zu tragen hat, erfolgt keine Erstattung durch den Versicherer. In diesem Fall bietet es sich an, die Rechnungen zu sammeln und gebündelt einzureichen, sobald die Rechnungssumme die Selbstbeteiligung übersteigt.

Bei einer Beitragsrückerstattung sollte der PKV-Kunde zunächst ermitteln, welcher Betrag ausgeschüttet wird, wenn keine Rechnungen eingereicht werden. Liegt dieser Wert oberhalb des Rechnungsbetrages, zahlt man die Arztkosten aus der eigenen Tasche.

Arzneimittel mit Rezept werden vom Privatversicherten direkt in der Apotheke bezahlt. Das von der Apotheke abgestempelte Rezept kann bei der Privatversicherung zur Erstattung eingereicht werden. In der PKV werden sämtliche zugelassenen Medikamente im Rahmen der medizinischen Notwendigkeit bezahlt. Die Erstattung erfolgt in Höhe der tatsächlichen Preise. Ein Ausweichen auf Generika ist in der Regel nicht erforderlich.

Bei Krankenhausaufenthalten erfolgt die Direktabrechnung zwischen Klinik und Versicherer. Lediglich die Rechnungen für wahlärztliche Leistungen wie die Chefarztbehandlung werden an den Versicherten gesandt. Für die direkte Abrechnung unterschreibt der Privatversicherte eine Abtretungserklärung.

Mitunter erfolgt bei der Rechnungserstattung ein Abzug von nicht erstattungsfähigen Aufwendungen. Dabei handelt es sich um Therapien oder Medikamente, für die keine Erstattung im versicherten Tarif vorgesehen ist. PKV-Unternehmen übernehmen z.B. nicht die Kosten für Nahrungsergänzungs- oder Stärkungsmittel.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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