Erstattet die private Krankenversicherung die Kosten für die Kuren?

Wie beantragen PKV-Versicherte eine Kur?

Kuren fallen nicht unter den Versicherungsschutz der privaten Krankenversicherung (PKV). Über einen Zusatztarif lassen sich Kurleistungen absichern. Wir haben die wesentlichen Informationen zu Kurtarifen für Privatversicherte zusammengestellt.

Kurleistungen in der PKV

Die Musterbedingungen zur Krankheitskostenversicherung 2009 (MB/KK 2009) sehen keine Leistungspflicht des privaten Krankenversicherers bei Kur- oder Sanatoriumsbehandlungen vor (§5 Abs. 1 Nr. d AVB MB/KK). Dies gilt auch für Reha-Maßnahmen, die von einem gesetzlichen Träger übernommen werden. Daher erstatten die PKV-Unternehmen die Kosten für Kuren grundsätzlich nicht. Allerdings können die Tarifbedingungen des Versicherers einen Schutz vorsehen. Daher sollte vor Stellung eines Kurantrags bzw. vor Abschluss einer PKV eine Prüfung der Versicherungsbedingungen erfolgen.

Kurtarife und Tagegelder in der PKV

Grundsätzlich ist der gesetzliche Rentenversicherungsträger (Deutsche Rentenversicherung Bund, Knappschaft) bei Kuren in der Leistungspflicht. Sofern es sich um einen Arbeitsunfall handelt, kommt die Berufsgenossenschaft (BG) für die Kosten einer Kur und Rehabilitationsmaßnahme auf. Jeder Arbeitnehmer ist über die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung automatisch über die Sozialleistungsträger versichert. Daher sehen die für alle PKV-Unternehmen gültigen Musterbedingungen keine Leistungen für Kuren vor.

Trotzdem enthalten einige PKV-Tarife Leistungen bei einem Aufenthalt in einer Kurklinik, sofern der gesetzliche Leistungsträger die Kostenübernahme ablehnt. Privatversicherte sollten daher ihren bestehenden Vertrag auf Kurleistungen hin überprüfen. Alternativ werden spezielle Kurtarife angeboten. Folgende Optionen stehen zur Auswahl:

  • Kurkosten: Zuschuss bis zu einem Höchstbetrag,
  • Kurtagegeld: Zahlung eines Tagessatzes pro Kurtag.

Vor allem Freiberufler und Selbständige, die nicht über die gesetzliche Rentenversicherung abgesichert sind, sollten auf die Kurleistungen in der privaten Krankenversicherung achten. Die Aufwendungen für den Kurzusatztarif können im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden.

Wer einen zusätzlichen Kurtarif in der PKV abschließt, genießt den Status eines Privatpatienten und kann die Kurklinik oder das Sanatorium frei wählen. Voraussetzung hierfür ist, dass ein Gutachter bzw. der behandelnde Arzt die Kur für medizinisch notwendig beurteilt. Bei der privaten Kurkostenversicherung erfolgt neben der Kostenübernahme für  Kurbehandlungen, Unterkunft und Verpflegung auch die Erstattung der Kosten für ärztliche Leistungen, die Reisekosten und die Kurtaxe. In der Regel wird ein Tageshöchstsatz vereinbart, dessen Zahlung auf eine bestimmte Anzahl von Tagen pro Kalenderjahr begrenzt ist. Die volle Kostenübernahme durch die Privatversicherung erfolgt jedoch nur, wenn der gesetzliche Träger keine Leistungen erbringt. Andernfalls wird ein Tagegeld ausgezahlt.

Bei der Kurtagegeldversicherung wird der vereinbarte Tagessatz für jeden Tag der Kur ausgezahlt. Der Geldbetrag steht dem Versicherten frei zur Verfügung ist nicht an bestimmte Anwendungen oder Therapien geknüpft. Im Idealfall deckt das versicherte Tagegeld die Kosten für einen Kuraufenthalt. Der zentrale Vorteil dieser Versicherung liegt darin, dass der Versicherte keinen Nachweis über die tatsächlich erbrachten Leistungen erbringen muss.

Erstattungsfähige Kuren in der privaten Krankenversicherung

Die privaten Kurkostenversicherungen erstatten die Aufwendungen für Genesungskuren und sonstige Kuren. Als Genesungskur wird ein Kuraufenthalt bezeichnet, der sich an einen Krankenhausaufenthalt anschließt. Der stationäre Aufenthalt muss mindestens zehn Tage betragen haben, damit die PKV eine Kur anerkennt. Die Kurbehandlung kann bis zu sechs Wochen nach Klinikaufenthalt starten. Die Kurbehandlung dient zur Sicherstellung des medizinischen Erfolgs. Die medizinische Notwendigkeit der Kur muss vor Beginn der Kurbehandlungen durch ein schriftliches ärztliches Attest der Versicherung nachgewiesen werden.

Bei sonstigen Kuren handelt es sich um eine medizinisch notwendige Kurbehandlung, bei denen die Voraussetzungen für eine Genesungskur nicht vorliegen. Auch hier ist die Notwendigkeit der Kur vor Behandlungsbeginn durch ein Attest nachzuweisen. Die Erstattung der Kosten erfolgt maximal alle zwei Jahre. Neben den Behandlungskosten werden die Aufwendungen für Unterkunft und Kurtaxe erstattet. Ratsam ist in jedem Fall, vor Behandlungsbeginn eine schriftliche Kostenzusage der privaten Krankenversicherung einzuholen.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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