Sind neue PKV-Tarife zu empfehlen?

Erfahrung ist ein Erfolgsfaktor in der privaten Krankenversicherung (PKV). Nur Versicherer mit seit Jahrzehnten bestehenden Tarifwerken haben die Kenntnis über Kostensteigerungen und die anfallenden Gesundheitskosten im Alter. Viele Versicherer sind jedoch dazu übergegangen, alte Tarifreihen für das Neugeschäft zu schließen. Meist liegt der Grund in den zu hohen Prämien, die den PKV-Wechsel für Neukunden unattraktiv erscheinen lassen.

Daher hat es seit 2000 eine Vielzahl von Tarifneugründungen in der PKV gegeben. Leider lassen sich keine verlässlichen Aussagen darüber treffen, wie es um die Beitragsstabilität bei den neuen Tarifen bestellt ist. Denn ein Großteil der Versicherten ist jung, gesund und verursacht geringe Krankheitskosten. Daher sollte man besonders günstige Einstiegsprämien mit Vorsicht betrachten. So kann es vorkommen, dass bei einem PKV-Unternehmen mit geschlossenem Tarifwerk die "Altkunden" in den neuen Tarif wechseln. Der zu Beginn geltende günstige Einstiegsbeitrag kann meist nicht mehr gehalten werden, so dass es zu überdurchschnittlichen Prämienanpassungen kommt.

Vorsichtig sollte man ebenfalls dann sein, wenn mit der Neuauflage eines PKV-Tarifs ein starker Neukundenzugang einhergeht. Zwar ist jede PKV auf Neukunden angewiesen, doch kommt es stets auf die Qualität des Neugeschäfts an. Wenn ein Versicherer sein Hauptaugenmerk lediglich auf das Wachstum legt, ist die Annahmepolitik "offener", d.h. bestimmte Risiken werden möglicherweise nicht mit den erforderlichen Zuschlägen belegt. Dies kann langfristig zu höheren Beitragsanpassungen führen.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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