Gibt es einen Insolvenzschutz für PKV-Unternehmen?

Eine Finanz- oder Wirtschaftskrise kann auch die Unternehmen der privaten Krankenversicherung treffen. Da die Kundengelder am Kapitalmarkt angelegt werden, besteht die Möglichkeit, dass sich ein Versicherer "verspekuliert". Allerdings ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften für die PKV strenge Anlagevorschriften.

Sollte sich dennoch eine finanzielle Schieflage bei einem Privatversicherer ergeben, gibt es die Auffanggesellschaft Medicator AG. Dieser Insolvenzsicherungsfonds wurde im Jahr 2005 nach Aufforderung durch den Gesetzgeber gegründet. Beteiligt sind sämtliche PKV-Unternehmen - entsprechend ihres Anteils an den Privatversicherten. Im Falle der Insolvenz bleiben die Ansprüche der Versicherten an das Unternehmen unverändert bestehen.

Daher steht die Medicator AG mit einer Finanzreserve von bis zu einer Milliarde Euro zur Verfügung. Wenn kein Wettbewerber bei einer Zahlungsunfähigkeit die Kundenbestände übernimmt, springt der Insolvenzfonds der Privatversicherer ein und übernimmt die Zahlungsverpflichtungen des Versicherers. Langfristiges Ziel ist es jedoch, dass die Kundenbestände von einem anderen Privatversicherer fortgeführt werden. Dazu dürften auch die Vertragsbedingungen geändert werden.

Bisher hat es trotz zahlreicher Krisen jedoch keinen Insolvenzfall in der PKV gegeben. Durch die Bildung von Altersrückstellungen wird zudem eine Zukunftsvorsorge für steigende Gesundheitskosten gebildet.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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