Warum versichert die PKV keine Personen mit Vorerkrankungen?

Die privaten Krankenversicherer (PKV) lehnen Personen mit Vorerkrankungen nicht automatisch ab. Vielmehr erfolgt eine individuelle Risikoprüfung. Ein Bestandteil der Prüfung beinhaltet die Abfrage des Gesundheitszustandes. Antragsteller müssen Angaben zu den Behandlungen in den letzten drei bis zehn Jahren vornehmen. Stellt sich bei der Antragsprüfung heraus, dass die Vorerkrankung nicht zu den normalen Konditionen versichert werden kann, bemüht sich die PKV um ein Angebot in Form eines Beitragszuschlags.

Ja nach Art und Zeitpunkt der Erkrankung kann der Zuschlag fünf oder 50 Prozent ausmachen. Dies hängt von den zu erwartenden Kosten für die Versicherungsgesellschaft ab. Zu beachten ist auch, dass den PKV-Unternehmen keine ordentliche Kündigung des Versicherten zusteht, wenn zu hohe Krankheitskosten entstehen. Zum Schutz der Versichertengemeinschaft muss daher eine umfangreiche und individuelle Prüfung des medizinischen Risikos erfolgen.

Trotz allem können sich auch Personen mit Vorerkrankungen in der PKV versichern. Ein Beispiel ist der Kontrahierungszwang für Beamte. Nach der Erstverbeamtung können sich Beihilfeberechtigte innerhalb von sechs Monaten in der PKV versichern. Der Gesundheitszustand wird geprüft, allerdings darf lediglich ein maximaler Beitragszuschlag von 30 Prozent verhängt werden.

Für Neugeborene gilt in der PKV die Kindernachversicherung. Der Versicherungsschutz wird ohne Gesundheitsprüfung und Zuschlag hergestellt, sofern die Meldung an die Versicherung innerhalb von zwei Monaten ab Geburt eingeht.

Eine weitere Ausnahme bildet der Basistarif in der PKV. Für diesen Tarif gibt es keine Risikozuschläge und keine Ablehnungen. Jede zugangsberechtigte Person muss von den Privaten versichert werden - unabhängig vom Gesundheitszustand.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

Weitere Fragen und Antworten