PKV-Tipps - Worauf sollte man beim Abschluss achten?

PKV-Tipps: Worauf man beim Abschluss achten sollte

Privat oder gesetzlich? Vor dieser Frage stehen viele freiwillig gesetzlich Versicherte. Aus diesem Grund haben wir zahlreiche Tipps zur privaten Krankenversicherung zusammengestellt. Änderungen durch Gesundheitsreformen werden berücksichtigt.

Private Krankenversicherung - Tipps zum Tarif

Die privaten Kassen bieten ihren Kunden individuelle Tarife. Wer sich günstig versichern möchte, kann dies ebenso tun wie der Kunde, der "Luxusleistungen" abgesichert haben möchte. Zuvor sollte sich der PKV-Interessent über die eigenen Leistungswünsche im Klaren sein. Wie sollen die Erstattungen beim Zahnarzt, im Krankenhaus, für die alternative Heilmedizin aussehen? Denn die nachträgliche Höherversicherung erfordert eine erneute Gesundheitsprüfung. Daher gilt: Die private Krankenversicherung sollte gleich zu Versicherungsbeginn passende Leistungen bieten.

Weiterer Tipp: Achten Sie auf die Selbstbeteiligung! Neben der vereinbarten Eigenbeteiligung von z.B. 400 EUR pro Jahr stecken in manchen Tarifen "versteckte" Selbstbeteiligungen. Dies können Zuzahlungen für Medikamente, Zahnersatz oder Psychotherapie sein. Erst im Krankheitsfall entdeckt man die Lücken im Versicherungsschutz und muss hohe Zuzahlungen leisten. Daher sollten Sie vorab die Versicherungsbedingungen prüfen.

Achten Sie auf einen ausreichenden Schutz bei langandauernden Erkrankungen. In der privaten Krankenversicherung wird dies über den Baustein Krankentagegeld abgesichert. Ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit leistet die PKV. Bei Selbständigen greift der Versicherungsschutz sogar noch früher. Damit sichern Sie sich im Falle schwer wiegender Krankheiten Ihre Existenz. Vorteil in der PKV: Die Höhe und die Karenzzeit sind frei wählbar.

Vorsicht gilt grundsätzlich bei besonders günstigen Angeboten. Meist handelt es sich um Tarife, die noch nicht am Markt bestehen. Aussagen über die Beitragssatbilität können daher nicht getroffen werden. Den günstigen Einstiegsbeitrag "bezahlen" die Versicherten oft mit überdurchschnittlichen Prämeinerhöhungen. Jeder Versicherungsschutz hat seinen Preis - dies gilt vor allem bei der Krankenversicherung!

Tipps zum Wechsel in die private Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung steht nicht jedem offen. Der Gesetzgeber hat im Sozialgesetzbuch festgelegt, wer in die PKV wechseln darf. Dazu gehören:

Die Kündigungsfrist beim Wechsel in die PKV beträgt zwei Monate zum nächsten Monatsersten. Allerdings erfolgt in der Privaten eine Aufnahmeprüfung mit Gesundheitsfragen. Wer Vorerkrankungen aufweist, muss mit Zuschlägen oder sogar einer Ablehnung rechnen. Die private Krankenversicherung interessiert sich vor allem für ambulante Behandlungen in den letzten drei und für stationäre Behandlungen in den letzten fünf bis zehn Jahren.

Bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen ist es hilfreich, wenn man von seinem Hausarzt eine Übersicht über die letzten durchgeführten Behandlungen erhält. Somit ist gewährleistet, dass man die Fragen zum Gesundheitszustand wahrheitsgemäß beantwortet. Der Versicherung geht es vor allem um chronische Erkrankungen und Krankheiten, die zu Folgebehandlungen und damit weiteren Kosten führen.

Wer risikoerhebliche Vorerkrankungen (z.B. Allergien, Asthma, Wirbelsäulenbeschwerden) vorweist, sollte folgenden Tipp beherzigen: Da mit einem Risikozuschlag zu rechnen ist, empfiehlt sich die Antragstellung bei mehreren Versicherern. Nach der Beurteilung durch die PKV-Gesellschaften kann man sich für die günstigsten Konditionen entscheiden. Diese Vorgehensweise ist auch deshalb vorteilhaft, weil Zuschläge im Rahmen der Antragsprüfung an eine Zentraldatei der Versicherer gemeldet werden. Durch die gleichzeitige Abgabe von Anträgen werden unnötige Nachfragen vermieden.

PKV-Tipps: Was muss man noch wissen?

Einmal privat - immer privat? Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist grundsätzlich ausgeschlossen. Nur Angestellte sind bei einem Verdienst unterhalb der Pflichtgrenze oder bei Arbeitslosigkeit wieder in der Kasse pflichtversichert. Wer jedoch das 55. Lebensjahr überschritten hat, kann nicht mehr zurück in die Gesetzliche. Beamte, Freiberufler und Selbständige sind an die private Krankenversicherung gebunden, es sei denn, sie nehmen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf.

Insofern kommt der erstmaligen Auswahl einer leistungsstarken und beitragsstabilen Versicherung eine herausragende Bedeutung zu. Zwar kann eine falsche Entscheidung durch einen späteren Wechsel der PKV noch korrigiert werden. Allerdings ist dies in der Regel mit finanziellen Einbußen verbunden. Außerdem muss beim neuen Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung absolviert werden. Gerade ältere Versicherte können daher aufgrund von gesundheitlichen Problemen die PKV nicht mehr wechseln. 

Wer sich für die private Krankenversicherung entscheidet, sollte daher folgende Faktoren beachten:

  • Alter des Tarifs und der Versicherung,
  • Beitragsentwicklung,
  • Tarifleistungen,
  • Selbstbehalte,
  • Finanzkraft der PKV.

In der Regel ist es für den Laien schwer ersichtlich, ob es sich beim einem Angebot um einen sogenannten Locktarif oder doch ein seriöses Angebot handelt. Da insbesondere junge Menschen zum PKV-Wechsel animiert werden, sind die Unternehmen bestrebt, gerade diesem Personenkreis extrem günstige Tarife anzubieten. Wie es dann um die langfristige Beitragsstabilität bestellt wird, bleibt oft unklar. Da in vielen Tests nur das aktuelle Preis/Leistungsverhältnis berücksichtigt wird, sollte man die Übersichten zu den Testsiegern mit Vorsicht genießen. Die Auswahl einer privaten Krankenversicherung sollte daher nur in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Experten vorgenommen werden.

Wechseltipps für GKV-Versicherte

Vor dem Übertritt in die private Krankenversicherung sollte man sich über die weitere Familien- und Kinderplanung im Klaren sein. Die beitragsfreie Familienversicherung gibt es in der Privaten nicht. Die Privatversicherer bieten eine Vielzahl an Tarifen mit unterschiedlichen Leistungen an. Daher ist es ratsam, zunächst die gewünschten ambulanten, stationären und Zahnleistungen festzulegen. An den eigenen Wünschen sollte man jedes Angebot messen.

Mehr als 40 Versicherer mit über tausend Tarifkombinationen buhlen um Neukunden. Licht in den Versicherungsdschungel bringen unsere PKV-Experten, welche Ihnen Informationen zu Tarifleistungen, Service und Beitragsentwicklungen geben können. Nach der Auswahl von Angeboten gilt der Beantwortung der Gesundheitsfragen die höchste Aufmerksamkeit. Nur wer die Fragen wahrheitsgemäß beantwortet, riskiert den Versicherungsschutz nicht.

Tipps für Privatversicherte

Wer bereits PKV-Kunde ist, kann seinen Vertrag kündigen. Gründe dafür sind entweder Beitragserhöhungen oder die Unzufriedenheit mit den Leistungen und dem Service. In der Regel lässt sich der Wechsel zu einer anderen Gesellschaft zum Jahresende durchführen. Allerdings führt ein Wechsel zu einem Verlust der Altersrückstellungen. Wie hoch dieser Verlustbetrag ausfällt, sollte man bei seinem Versicherer erfragen. Der Tarifwechsel beim bestehenden Unternehmen ist in der Regel vorteilhafter als Wechsel zu einem neuen Unternehmen.

Wer die PKV-Gesellschaft wechselt, muss zudem eine erneute Gesundheitsprüfung durchführen. Gerade für ältere Versicherte und Personen mit Vorerkrankungen ist der Unternehmenswechsel daher meist ausgeschlossen. Über Ihre Rechte und Möglichkeiten bei einer Beitragserhöhung informieren Sie unsere Krankenversicherungsexperten.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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