Wie hoch ist der Beihilfeanspruch für Beamte in der PKV?

Beihilfeanspruch je nach Bundesland unterschiedlich

Während Arbeitgeber für ihre Arbeitnehmer einen Teil der Beiträge für eine gesetzliche oder private Krankenversicherung übernehmen, unterliegen Beamte keiner Krankenversicherungspflicht. Ihnen erstattet der Dienstherr einen Teil der im Einzelfall entstandenen Krankheitskosten in Form von Beihilfe. Die Beihilfe wird nur anteilig zu den Krankheitskosten gewährt, und zwar in Höhe des entsprechenden Beihilfebemessungssatzes (der Bemessungssatz ist abhängig von der jeweils geltenden Beihilfevorschrift).

Außerdem wird die Beihilfe in vielen Leistungsbereichen (z. B. Zahnersatz, Sehhilfen) nicht auf den vollen Rechnungsbetrag gewährt, sondern nur auf den geringeren Betrag der sogenannten "beihilfefähigen Aufwendungen". Hier entstehen also nicht unerhebliche Selbstbeteiligungen.

Beihilfefähige Aufwendungen

Beihilfefähig sind Aufwendungen, wenn sie dem Grunde nach notwendig und der Höhe nach angemessen sind. Die Angemessenheit der Aufwendungen für ärztliche und zahnärztliche Leistungen ergibt sich ausschließlich aus dem Gebührenrahmen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und Zahnärzte (GOZ).

Beihilfefähig sind die Leistungen des Arztes oder Zahnarztes bis zum Schwellenwert der GOÄ/GOZ (2,3-, 1,8- bzw. 1,15-fache des Gebührensatzes). Wird über diesen Wert hinaus abgerechnet, so muss der behandelnde Arzt schriftlich die Notwendigkeit der Überschreitung begründen. Abrechnungen, die über den 3,5-fachen Gebührensatz der GOÄ/GOZ hinausgehen, sind nicht beihilfefähig.

Die Aufwendungen für einen Heilpraktiker sind bis zur Höhe des Mindestsatzes des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker (GebüH) beihilfefähig, höchstens jedoch bis zum Schwellenwert der GOÄ bei vergleichbaren Leistungen.

Welche Aufwendungen sind nicht beihilfefähig?

Zu den nicht beihilfefähigen Aufwendungen zählen insbesondere:

  • gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen und Kostenanteile sowie Aufwendungen für von der Krankenversorgung ausgeschlossenen Arznei-, Hilfs- und Heilmittel,
  • Aufwendungen für Beamtinnen oder Beamte, denen Heilfürsorge zusteht (z. B. BGS-Beamte),
  • Aufwendungen für die persönliche Tätigkeit von nahen Angehörigen (Ehegatte, Kinder und Eltern des Behandelten).
Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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