Wozu bildet die private Krankenversicherung Altersrückstellungen?

Das Kalkulationsverfahren in der privaten Krankenversicherung (PKV) sieht den Aufbau einer Kapitalreserve vor, die sogenannten Altersrückstellungen. Damit werden die höheren Kosten für Arzneimittel und medizinische Behandlungen im Alter bereits in jungen Jahren berücksichtigt. Damit wird angestrebt, dass die Beiträge für PKV-Versicherte im Rentenalter nicht überdurchschnittlich angehoben werden müssen.

Gesetzlich vorgeschrieben ist der 10%-Zuschlag auf ambulante, stationäre und Zahnleistungen. Der Zuschlag muss von jeder PKV-Gesellschaft erhoben werden und fällt ab dem 21. Lebensjahr des Versicherten an und muss bis zum 60. Lebensjahr gezahlt werden. Ziel ist es, mit diesem Finanzpolster die Beiträge ab dem 65. Lebensjahr konstant zu halten und ab dem 80. Lebensjahr sogar zu senken.

Daneben ergibt sich aus der herkömmlichen Tarifkalkulation ein Betrag, der für den Aufbau der Altersrückstellung verwendet wird. Der von der PKV kalkulierte Beitrag ist in jungen Jahren höher als die tatsächlich durch den Versicherten verursachten Gesundheitskosten. Die Höhe dieses Rückstellungsbetrages hängt von der unternehmensindividuellen Tarifkalkulation ab.

Zusammen mit dem gesetzlichen Zuschlag wird das Kapital verzinslich angelegt. Verzinsungen, die über den gesetzlich festgelegten Höchstrechnungszins von 3,5 Prozent hinausgehen, müssen zu großen Teilen an die Versicherungskunden ausgeschüttet werden.

Kritiker bemängeln am Kapitaldeckungsverfahren, dass die Kundengelder den Kapriolen an den Kapitalmärkten ausgesetzt sind und dadurch keine Sicherheit bei der Kapitalanlage besteht. In der Realität gibt es für die Anlage der Altersrückstellungen gesetzliche Vorgaben. Trotz Finanz- und Wirtschaftskrisen konnten die PKV-Unternehmen den Wert der Rückstellungen kontinuierlich ausbauen.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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