Was versteht man unter der Altersrückstellung in der PKV?

In der privaten Krankenversicherung (PKV) werden für jeden Versicherten Altersrückstellungen gebildet. Damit wird die höhere Inanspruchnahme medizinischer Leistungen im Alter bereits bei Versicherungsbeginn berücksichtigt. Die PKV-Unternehmen sind verpflichtet, für jeden Neukunden einen 10 Prozent-Zuschlag auf den ambulanten, stationären und Zahntarif zu erheben. Das Geld wird ohne den Abzug von Kosten den Altersrückstellungen zugeführt.

Der Aufbau der Kapitalreserve startet mit dem 21. Lebensjahr und dauert bis zum 60. Lebensjahr des Versicherten. Ab dem 65. Lebensjahr wird das angesammelte Kapital zur Stabilisierung der Beiträge verwendet. Ziel dieses sogenannten Kapitaldeckungsverfahrens ist es also, die höheren Kosten für Behandlungen und Arzneimittel sowie der medizinische Fortschritt kalkulatorisch zu berücksichtigen. Das Kapital wird verzinslich am Kapitalmarkt angelegt. Für die PKV-Unternehmen gelten jedoch gesetzliche Vorschriften bei der Kapitalanlage.

Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass der Zinssatz zur Berechnung der Altersrückstellungen maximal 3,5 Prozent betragen darf. In der Regel erzielen die Versicherer einen Zins, der oberhalb des Rechnungszinses liegt. Die dadurch entstehenden "Überzinsen" müssen zu mindestens 90 Prozent den Versicherten zufließen. Ein Großteil davon wird für die Versicherten, die bereits über 65 Jahre alt sind, verwendet.

Seit 1. Januar 2009 können Neukunden in der PKV bei einem Wechsel zu einem anderen Unternehmen einen Teil der Altersrückstellungen mitnehmen. Die sogenannte Portabilität ist jedoch auf den Teil beschränkt, der dem Basistarif entspricht. Somit werden die Altersrückstellungen nicht in voller Höhe übertragen. Für PKV-Versicherte, deren Vertrag bereits vor dem 1. Januar 2009 besteht die Mitnahmemöglichkeit nicht.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung

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