Übernimmt die GKV auch die Kosten rezeptfreier Medikamente?

In Apotheken kann man rezeptpflichtige und rezeptfreie Medikamente erstehen. Seit dem 1. Januar 2004 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich keine Kosten für apothekenpflichtige, aber nicht verschreibungspflichtige Arzneien.

Wer Beschwerden hat und nicht zum Arzt gehen möchte, kann sich in seiner Apotheke informieren, welche rezeptfreien Medikamente zur Linderung der Beschwerden bereitstehen. Seit dem 1. Januar 2004 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich keine Kosten für apothekenpflichtige, aber nicht verschreibungspflichtige Arzneien. Das heißt, der Patient muss die Kosten des rezeptfreien Medikamentes selbst tragen.

OTC-Präparate

Wer einen Arzt konsultiert und ein rezeptfreies Medikament empfohlen bekommt, muss demnach davon ausgehen, dass er für die entstehenden Arzneikosten selbst aufkommen muss. Doch es gibt Ausnahmen: gilt ein Medikament bei schwerwiegenden Erkrankungen als Standardbehandlung, ist ein Mediziner berechtigt, die Arznei zu verordnen. Das trifft beispielsweise auf Johanniskraut zur Behandlung mittelschwerer depressiver Episoden und Ginkgo-biloba-Blätter-Extrakt zur Behandlung von Demenz zu.

In der OTC-Verordnung des Gemeinsamen Bundesausschusses finden sich Medikamente, die vom grundsätzlichen Ausschluss der Kostenübernahme durch die Krankenkassen nicht betroffen sind. OTC ist die Abkürzung für die englischen Vokabeln „over the counter“, was bedeutet: „über den Tresen“. Apotheken-, aber nicht verschreibungspflichtige Medikamente heißen deshalb auch OTC-Präparate.

Kinder und Jugendliche

Für Kinder unter 12 Jahren und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum Alter von 18 Jahren gilt die Regelung, dass die gesetzlichen Kassen die Kosten für rezeptfreie Arzneien übernehmen. Doch in der neuen Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses existieren auch für Kinder und Jugendliche Ausschlüsse und Einschränkungen. Das Gremium befand diverse, bisher verordnungsfähige Medikamente für Kinder und Jugendliche für nicht sinnvoll oder zweckmäßig.

So werden inzwischen Hustenmittel ausgeschlossen, die schleimlösend und stillend zu gleich wirken. Die Experten erachteten darüberhinaus Wirkstoffkombinationen, die aus einem Schmerzmittel und einem anderen weiteren Wirkstoff bestehen, als nicht verordnungsfähig.

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