Wie viele gesetzliche Krankenkassen gibt es?

Derzeit existieren in Deutschland 134 gesetzliche Krankenkassen (Stand 01. Januar 2013). Vor 15 Jahren teilten sich noch mehr als 400 Kassen den Markt.

134 gesetzliche Krankenkassen versorgen etwa 70 Millionen gesetzlich Versicherte. Die Anzahl der Krankenversicherer nimmt stetig ab. Noch vor 15 Jahren teilten sich mehr als 400 Kassen den Markt. Die Gründe für den Rückgang sind einerseits in der Wirtschafts- und Finanzkrise zu finden und andererseits in den Reformen auf dem Gesundheitssektor.

Dazu zählen in erster Linie das Beitragssatzsicherungsgesetz, die Etablierung des Gesundheitsfonds, Fusionen und die Erhebung von Zusatzbeiträgen. Auch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz und die Insolvenzmöglichkeit gesetzlicher Krankenkassen sind verantwortlich für den steten Rückgang. Experten zur Folge, wird sich das Krankenkassenschrumpfen auch in den folgenden Jahren fortsetzen.

Die Abnahme der Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen entspricht den Zielen der Gesundheitspolitik, denn ein Ziel der Regierung lautet: Kostenreduktion bei gesetzlichen Krankenkassen durch stärkeren Wettbewerb. Doch diese Absicht kann kaum durch Fusionen erreicht werden, da die Verwaltungskosten in Folge der Zusammenlegungen enorm anstiegen. Seit dem Jahr 2009 erfolgten mehr als 60 Fusionen unter den Krankenkassen.

Zusatzbeiträge

Im laufenden Jahr 2013 erhebt keine gesetzliche Krankenkasse zusätzliche Beiträge. Im Gegenteil, einige gut aufgestellte Kassen gewähren ihren Mitgliedern Prämien. Kommt eine gesetzliche Krankenversicherung mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht zurecht, ist sie jedoch befugt, Zusatzbeiträge zu erheben.

Sah die gesetzliche Regelung zunächst vor, dass die Krankenkassen ihre Versicherten mit maximal einem Prozent vom Bruttolohn zusätzlich belasten dürfen (acht Euro konnten monatlich ohne Einkommensprüfung erhoben werden), änderte sich das Gesetz ab Januar 2011 insoweit, als dass die Kassen die Höhe der Zusatzbeiträge frei wählen dürfen. Der Zusatzbeitrag muss nur von den beitragspflichtigen Mitgliedern der Krankenkasse bezahlt werden.

Auch Hartz-IV-Empfänger müssen die zusätzlichen Beiträge entrichten, sofern entsprechende Satzungsänderungen durch die Kasse vorgenommen wurden. Der Zusatzbeitrag ist vom jeweiligen Einkommen, Gesundheitszustand, Alter und Geschlecht des Mitgliedes unabhängig. Wer allerdings nur über sehr wenig Einkommen verfügt, braucht keine zusätzlichen Beiträge zu leisten. Die betreffenden Mitglieder werden automatisch berücksichtigt und brauchen keinerlei Anträge zu stellen.

Entscheidet sich eine Kasse für die Erhebung von Zusatzbeiträgen, muss sie ihre Versicherten vorher benachrichtigen. Die Mitglieder müssen die zusätzlichen Beiträge per Überweisung oder Einzugsermächtigung direkt an die Kasse entrichten. Krankenkassenmitglieder haben im Falle einer erstmaligen Erhebung eines Zusatzbeitrages oder einer Erhöhung eines bestehenden Beitrages ein außerordentliches Kündigungsrecht.

Weitere Fragen und Antworten