Wie funktioniert der Gesundheitsfonds?

Seit Januar 2009 existiert in Deutschland ein sogenannter Gesundheitsfonds. In diesen Fonds fließen alle Beiträge, die für die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland erhoben werden plus Bundeszuschüsse aus Steuermitteln.

Mit Einführung des Gesundheitsfonds gilt in der Bundesrepublik ein einheitlicher Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung. Derzeit liegt dieser Satz bei 14,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Der Arbeitgeber trägt 7,3 Prozent und der Arbeitnehmer 7,3 Prozent. Jede gesetzliche Krankenversicherung hat zudem die Möglichkeit, einen Zusatzbeitrag zu erheben. Dieser wird jedoch ausschließlich vom Arbeitnehmer bezahlt. Derzeit liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,0 Prozent (2018). 

Die Beiträge kommen von den Mitgliedern der Krankenkasse, den Arbeitgebern, Rentenversicherungsträgern oder sonstigen Stellen. Die Bundeszuschüsse gestalten sich aus Steuermitteln. Ab dem Jahr 2072 ist der Zuschuss auf 14,5 Milliarden Euro festgeschrieben. 

Verteilung an Krankenkassen

Die gesetzlichen Versicherer erhalten aus dem Gesundheitsfonds einheitliche Grundpauschalen pro Mitglied. Zudem bekommen die Kassen alters-, geschlechts- und risikoadjustierte Zu- und Abschläge. Darüber hinaus erhalten gesetzliche Krankenversicherer, die eine Vielzahl ältere und kranke Versicherte führen, Zuschläge. Um die Verwaltungskosten o. Ä. abdecken zu können, werden den Kassen weitere Mittel aus dem Fonds zugewiesen.

Gerät eine Kasse in eine finanzielle Schieflage, kann sie Zusatzbeiträge erheben. Wirtschaftet ein Kasse entsprechend erfolgreich, kann sie ihre Mitglieder durch Prämienauszahlungen an ihrem Erfolg teilhaben lassen.

Beitragspflichtige Einnahmen

Zu den beitragspflichtigen Einnahmen zählen Arbeitsentgelte, Renten der gesetzlichen Rentenversicherung, Versorgungsbezüge (Betriebsrenten), Arbeitseinkommen aus selbständiger Tätigkeit. Freiwillig Versicherte zahlen zudem Beiträge aus sonstigen Einnahmen (Kapitalvermögen, Vermietung, Verpachtung). Die Einkünfte werden nur bis zu der Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt. Die Beitragsbemessungsgrenze 2018 liegt bei 4.425 Euro monatlich.

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