Für wen gilt die Zuzahlungsbefreiung in der GKV?

Gesetzlich Versicherte, die das 18. Lebensjahr überschritten, unterliegen der Verpflichtung, gewisse Zuzahlungen zu erbringen, um die Kosten der Krankenkasse zu reduzieren. Seit dem Jahr 2004 müssen die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen Zuzahlungen zu Medikamenten, Krankenhausaufenthalten, Haushaltshilfen, Transporten, Heilmitteln, Hilfsmitteln, häuslicher Krankenpflege und Rehabilitationsmaßnahmen leisten.

Die Praxisgebühr braucht kein Versicherter mehr zu entrichten, denn sie fiel zu Beginn des Jahres 2013. Ob die Zuzahlungen insgesamt einen Spareffekt besitzen, ist unter Fachleuten höchst umstritten. In gewissen Fällen besteht die Möglichkeit, sich von den Zuzahlungen zu befreien oder sie zumindest zu verringern.

Möglichkeiten der Befreiung oder Verringerung

Generell sind Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres von den Zuzahlungen befreit. Gesetzlich Versicherte, die das 18. Lebensjahr bereits überschritten, müssen Zuzahlungen nur bis zu einer Höhe von bis zu zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens, abzüglich diverser Freibeträge, leisten. Wer über dieser Grenze liegt, kann sich für den Rest des Jahres von den Zuzahlungen befreien. Die Quittungen über die geleisteten Zuzahlungen sollten gesammelt werden, um sie bei der Kasse einreichen zu können.

Bei chronisch kranken Personen verringert sich diese Belastungsgrenze für Zuzahlungen auf ein Prozent des Bruttojahreseinkommens. Auch besondere Härtefälle können sich von der Zuzahlungspflicht befreien lassen. Liegt ein Arbeits- oder Schulunfall vor und tritt die gesetzliche Unfallversicherung auf den Plan, so muss der Verunfallte keine Rezeptgebühren für Medikamente oder Heilmittel entrichten.

Wer schwanger ist oder entbunden hat, braucht den Anteil für eine Haushaltshilfe nicht zu entrichten. Patienten, die sich Reha-Maßnahmen unterziehen, können ihre Zuzahlungen reduzieren, indem sie sich einen direkt vorausgegangenen Krankenhausaufenthalt anrechnen lassen. In diesem Fall läuft die Zuzahlung nur für einen 14-tägigen Zeitraum.

Weitere Optionen der Befreiung von Zuzahlungen

Liegt ein Arzneimittelpreis mindestens um 30 Prozent niedriger als der jeweils gültige Festbetrag und sind Einsparungen zu erwarten, kann es sein, dass das entsprechende Medikament zuzahlungsfrei ist. Eine weitere Möglichkeit der Zuzahlungsbefreiung sind die Rabattverträge der Krankenkassen, die sie zur Kostenreduktion mit Arzneimittelherstellern schlossen. Diese sogenannten Generika sind zuzahlungsfrei.

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