Wie sieht die gesetzliche Versorgung bei Erwerbsminderung für Freiberufler aus?

Freiberufler sind meist Mitglied eines berufsständischen Versorgungswerks. Daraus wird bei Erwerbsminderung eine Rente gezahlt. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung benötigen Freiberufler dennoch. Eine gesetzliche Versorgung bei Erwerbsminderung gibt es für diesen Personenkreis nicht. 

Angehöriger freier Berufe wie z.B. Apotheker, Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sind in der Regel über das berufsständische Versorgungswerk versichert. Aus den Pflicht- und freiwilligen Beiträgen erwerben sie sich eine Anwartschaft im Falle der Erwerbsminderung. Allerdings unterscheiden sich die genauen Formulierungen zwischen den einzelnen Einrichtungen. Die Rentenleistungen sind beitragsbezogen, d.h. wer einen höheren Beitrag abführt, erwirbt den Anspruch auf eine höhere Rente.

Grundsätzlich verfügen Freiberufler über einen höheren Schutz bei Erwerbsminderung als Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung. Eine Grenze bildet jedoch die Beitragsbemessungsgrenze, da oberhalb dieser Schwelle keine Beiträge mehr an das Versorgungswerk gezahlt werden. Höhere Einkommen sind daher nicht voll abgesichert. 

Aufgrund der mitunter ungünstigen Formulierungen in den Bedingungen des Versorgungswerks ist ein privater Berufsunfähigkeitsschutz unerlässlich. In zahlreichen Einrichtungen ist die Zahlung einer Rente nämlich erst dann vorgesehen, wenn die Tätigkeit zu 100 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. Eine sinnvolle Ergänzung bietet die private Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie leistet bereits, wenn die bisherige Tätigkeit zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. Oftmals bietet sich bei Freiberuflern die Kombination aus Rürup-Rente mit BU-Zusatzversicherung an, um die steuerliche Förderung der BU-Versicherung zu nutzen.

     

Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung

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