Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente sein?

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung sichert bei lang andauernder Arbeitsunfähigkeit die finanzielle Existenz. Die Berufsunfähigkeitsrente sollte so bemessen sein, dass die Versorgungslücke durch die geringen staatlichen Rentenleistungen geschlossen werden kann. In der Praxis empfiehlt sich eine Absicherungshöhe von 65 bis 75 Prozent des Nettoeinkommens.

Zur Ermittlung der richtigen Höhe der Berufsunfähigkeitsrente müssen in einem ersten Schritt die bestehenden Ansprüche bei Arbeitsunfähigkeit ermittelt werden. Dazu zählen:

  • Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung,
  • Betriebliche Altersversorgung,
  • Berufsständische Versorgung (bei Freiberuflern).

Beim folgenden Schritt listen Sie alle monatlichen Fixkosten auf, die selbst dann anfallen, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Dazu zählen Lebenshaltungskosten, Miete bzw. Finanzierungskosten für die Immobilie, Kfz-Kosten etc. Aus der Differenz zwischen bestehenden Ansprüchen bei Berufsunfähigkeit und den fixen Kosten ergibt sich die Versorgungslücke. Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente hängt also vom Lebensstandard ab, also wie hoch Ihre tatsächlichen Einnahmen und Kosten sind.

Da die gesetzlichen Leistungen bei Erwerbsminderung lediglich eine Grundabsicherung bieten, kommt der privaten BU-Versicherung eine besondere Bedeutung zu. So wird die volle Erwerbsminderungsrente nur gezahlt, wenn Sie am Tag weniger als 3 Stunden irgendeiner Tätigkeit nachgehen können. Und selbst dann beträgt die staatliche Rentenhöhe nur rund 30 Prozent des bisherigen Bruttoeinkommens. Wer sicher gehen, dass bei Berufsunfähigkeit keine existenziellen Sorgen aufkommen, sollte daher einen Großteil des Nettoeinkommens über die BU-Versicherung absichern.

Versicherungsexperten empfehlen, mindestens 65 bis 75 Prozent des Nettoeinkommens über die Berufsunfähigkeitsversicherung abzudecken. Die privaten Versicherer erlauben sogar eine Absicherungshöhe von 100 Prozent des Nettoeinkommens. Damit lässt sich der Einkommensverlust bei lang andauernder Arbeitsunfähigkeit vollständig abdecken. 

Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung

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