Kann ein Versicherer einen Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung ablehnen?

Jedes Versicherungsunternehmen führt bei der Berufsunfähigkeitsversicherung eine Risikoprüfung durch. Dabei wird eine finanzielle und eine versicherungsmedizinische Risikoprüfung durchgeführt. Je nach Ergebnis dieser Prüfung kann es zur Ablehnung des BU-Antrags kommen.

Bei einer Personenversicherung wie der BU-Versicherung müssen vor dem Zustandekommen des Vertrags verschiedene Punkte durch den Versicherer überprüft werden. Dazu zählt zum einen die Bonitätsprüfung des Antragstellers. Für den Versicherer ist es entscheidend, ob der künftige Kunde seine Beiträge zahlen kann. Wenn ein Kunde bei anderen Versicherern bereits mit Beiträgen im Rückstand war und angemahnt wurde, so wird dies in Auskunftsverzeichnissen vermerkt. Ein BU-Antrag wird abgelehnt, wenn es berechtigte Zweifel an der Bonität des Kunden gibt und der Versicherer davon ausgehen muss, dass der Vertrag nicht bis zum Vertragsablauf bedient werden kann.

Des weiteren wird bei Antragstellung der Gesundheitszustand geprüft. Personen mit risikoerheblichen Vorerkrankungen (z.B. Diabetes) können eine Ablehnung erhalten, d.h. der Versicherer lehnt die Übernahme der versicherten BU-Rente komplett ab. Ein Vertrag kommt somit nicht zustande. Oftmals bieten die Versicherer jedoch einen Leistungsausschluss für eine Vorerkrankung an oder gewähren den vollen Versicherungsschutz gegen einen erhöhten Beitrag

Wer gesundheitliche Beschwerden aufweist, sollte daher bei verschiedenen Gesellschaften eine BU-Voranfrage stellen, um vor Antragstellung eine verbindliche Annahmeentscheidung zu erhalten. Da sich die Annahmerichtlinien von Versicherer zu Versicherer unterscheiden, kann dasselbe Krankheitsbild zu unterschiedlichen Annahmeentscheidungen führen.

Inzwischen bieten einige Unternehmen auch die BU-Versicherung ohne Gesundheitsfragen an. Allerdings greift der volle Versicherungsschutz erst ab einer Wartezeit von drei Jahren, d.h. tritt die Berufsunfähigkeit innerhalb dieses Zeitraums ein, geht der Versicherte leer aus.

Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung

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