Wovon hängt der Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung ab?

Der Beitrag für die BU-Versicherung hängt von zahlreichen Faktoren ab. Ab Ende 2012 darf das Geschlecht nicht mehr zu unterschiedlichen Prämien führen. Die Unisex-Tarife führen zu geschlechtsneutralen Tarifen. Grundsätzlich gilt: Je älter der Antragsteller ist, desto höher ist der monatliche Beitrag.

Jeder Berufstätige benötigt eine Berufsunfähigkeitsversicherung, doch nur jeder dritte Beschäftigte hat sich bisher für einen Abschluss entschieden. Ein Grund liegt im hohen Beitrag für eine BU-Versicherung. Je nach Beruf und versicherter Rente liegt der Monatsbeitrag zwischen 70 bis 90 Euro. Trotzdem führt an der Versicherung kein Weg vorbei, denn die staatlichen Leistungen sind zu gering, um bei lang andauernder Arbeitsunfähigkeit den Lebensstandard aufrecht zu erhalten.

Der Beitrag zur BU-Versicherung hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Eintrittsalter,
  • Beruf und Berufsausbildung,
  • Geschlecht (bis Ende 2012),
  • Gesundheitszustand,
  • Versicherungs- und Leistungsdauer,
  • Höhe der BU-Rente,
  • Umfang der Versicherungsleistungen.

Grundsätzlich gilt, dass Beschäftigte in körperlichen Berufen einen höheren BU-Beitrag zahlen als kaufmännische Angestellte oder Akademiker. Das Geschlecht ist nur noch bei Vertragsabschlüssen bis 21. Dezember 2012 ein Unterscheidungskriterium. Bislang müssen Frauen eine höhere Prämie zahlen als Männer, weil die Eintrittswahrscheinlichkeit für eine Berufsunfähigkeit statistisch höher ist. Durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs müssen bis Ende des Jahres sogenannte Unisex-Tarife in der Berufsunfähigkeitsversicherung eingeführt werden. Ab diesem Zeitpunkt gelten geschlechtsneutrale Tarife

Hinzu kommt, dass die Wahl des Überschusssystems Einfluss auf die Beitragshöhe hat. Hierbei sind folgende Überschusssysteme zu unterscheiden:

  • Mit dem Überschuss-System "Beitragsverrechnung“werden die zugeteilten Überschüsse nicht zur Erhöhung der Rente herangezogen, sondern dazu verwendet, den garantierten Beitrag zu reduzieren. Die Festschreibung dieses tatsächlich zu zahlenden Beitrags, der sog. Zahlbeitrag, erfolgt nicht für die gesamte Versicherungsdauer. 
  • Beim Bonussystem erfolgt die Erhöhung der Rente in der Weise, dass der jährliche Überschussanteil als Deckungskapital für eine zusätzliche beitragsfreie Rente (Bonus) herangezogen wird. Die Bonusrente ist also eine Rente, die im Leistungsfall inkl. der erwirtschafteten Überschüsse gezahlt wird.
  • Mit dem System Verzinsliche Ansammlung wird die Verwendung der Überschussanteile, zur Erhöhung der Rente herangezogen werden. Das kann dadurch erfolgen, dass die zugeteilten Überschussanteile beim Versicherer angespart, verzinst und im Leistungsfall der Versicherung zusammen mit der vertraglich garantierten Rente zur Erhöhung der vereinbarten Rente herangezogen wird.

Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung

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