Was bedeutet der Verzicht auf die abstrakte Verweisung in der BU-Versicherung?

Die abstrakte Verweisung ist eine der zentralen Bedingungen bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Grundsätzlich sollte jeder Vertrag den Verzicht auf diese Klausel beinhalten. Andernfalls muss der Versicherer im BU-Fall möglicherweise nicht zahlen.

Im Unterschied zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente beinhalten die privaten BU-Tarife den Verzicht auf die abstrakte Verweisung. Ein Versicherer kann in diesem Fall die versicherte Person nicht auf eine andere Tätigkeit verweisen, wenn die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann. Ansonsten könnte z.B. ein kaufmännischer Angestellter auf eine minderqualifizierte Tätigkeit verwiesen werden, die möglicherweise noch ausgeübt werden könnte. Normalerweise enthalten leistungsstarke BU-Tarife den Verzicht auf die abstrakte Verweisung. 

Trotzdem sollte man vor Abschluss eine Vertrages die genaue Formulierung der Verweisungsklausel prüfen. Oftmals wird zwar bei der sogenannten Erstprüfung auf das Verweisungsrecht verzichtet. Bei der Nachprüfung einer BU, also nach zwei bis drei Jahren wenn gesundheitliche Verbesserungen eintreten können, enthalten viele Tarife jedoch die Möglichkeit der abstrakten Verweisung. Versicherte erhalten demzufolge zunächst die versicherte BU-Rente. Allerdings kann der Versicherer bereits nach kurzer Zeit eine Nachprüfung verlangen und die Verweisung vornehmen. 

Davon zu unterscheiden ist die "konkrete Verweisung". Dies bedeutet, dass eine Verweisung nur dann möglich ist, wenn der Versicherte eine andere Tätigkeit konkret ausübt, die seiner bisherigen Lebensstellung entspricht. Wer also trotz Berufsunfähigkeit arbeitet, muss das Einkommen auf die BU-Rente anrechnen lassen. 

Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung

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