Warum gibt es Ausschlussklauseln in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

In der Berufsunfähigkeitsversicherung muss jeder Antragsteller Angaben zum Gesundheitszustand machen. Je nach Art und Schwere der gesundheitlichen Beschwerden kann der Versicherer Ausschlussklauseln verhängen. Die Erkrankung ist dann im Leistungsfall vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Jeder BU-Versicherer prüft bei Antragstellung den Gesundheitszustand der neu zu versichernden Person. Dazu werden in der Regel Fragen zu den ambulanten und stationären Behandlungen der letzten 3 bis 5 Jahre gestellt. Auch aktuelle Beschwerden sowie chronische Erkrankungen müssen vom Antragsteller mitgeteilt werden. Vorerkrankungen wie z.B. ein Bandscheibenvorfall oder eine Allergie stellen für das Versicherungsunternehmen ein größeres Risiko dar. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein BU-Fall eintritt, ist höher. Der Versicherer ist daher gezwungen, die bei Antragstellung bereits bestehende Erkrankung vom Versicherungsschutz auszuschließen. Dafür wird eine spezielle Ausschlussklausel vereinbart (z.B. Ausschluss von Wirbelsäulenleiden sowie daraus entstehende Folgen).

Der Versicherer kann bei Vorliegen verschiedener Krankheitsbilder für jede Erkrankung eine Ausschlussklausel verlangen. Diese Regelung dient dem Schutz der Versichertengemeinschaft, damit die Versicherungsprämien langfristig bezahlbar sind. Der Leistungsauschluss bleibt jedoch nicht für immer im Vertrag bestehen. Wenn der Versicherungsnehmer ein aktuelles Attest eine Facharztes vorlegt, aus dem die Behandlungs- und Beschwerdefreiheit der letzten drei Jahre hervorgeht, kann der Versicherer den Ausschluss zurücknehmen. 

Bei bestimmten Krankheitsbildern verlangt der Versicherer einen Beitragszuschlag zur normalen Prämie. Die Erkrankung ist in diesem Fall in den Versicherungsschutz eingeschlossen. Da die Annahmerichtlinien der einzelnen Versicherer voneinander abweichen, kann es sich lohnen, eine Voranfrage bei mehreren Unternehmen zu stellen. 

Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung

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