ELStAM - Nachfolger der Lohnsteuerkarte

ELStAM löst die Lohnsteuerkarte in Papierform ab

Im Jahr 2009 wurde die letzte reguläre Lohnsteuerkarte gedruckt. Ihr Nachfolger wird als ELStAM bezeichnet und bedeutet nichts anderes als Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale. Die für die Lohnsteuer relevanten Merkmale, die vorher auf der Lohnsteuerkarte verzeichnet waren, werden nun in einer zentralen Datenbank des Bundeszentralamts für Steuern (BTSt) gespeichert. 

Arbeitgeber können sie durch die einfache Abfrage mittels der Identifikationsnummer der Steuerpflichtigen abrufen. Bei seiner Einstellung muss ein Arbeitnehmer nunmehr also keine Steuerkarte, sondern seine Identifikationsnummer abgeben. Bei dieser Nummer handelt es sich um eine persönliche 11-stellige Steuernummer, die alle Steuerpflichtigen bis zum 31.12.2008 bereits erhalten haben. Diese Nummer ist jedoch nicht mit der normalen Steuernummer zu verwechseln.

Änderungen der Lohnsteuerabzugsmerkmale können mit der flächendeckenden Einführung der Methode ELStAM nur noch durch die Finanzämter erfolgen, die Gemeinde ist nicht mehr hierfür zuständig.

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Die gespeicherten Angaben

Im Rahmen von ELStAM werden folgende Daten gespeichert: 

  • Namen sowie die vollständige amtliche Anschrift
  • das Geburtsdatum und die persönliche Identifikationsnummer
  • Angaben über das zuständige Finanzamt
  • den amtlichen Gemeindeschlüssel (AGS) laut Hauptwohnsitz
  • die Steuerklasse als auch die Anzahl der Kinderfreibeträge
  • die Religionszugehörigkeit
  • Angaben über den Hinzurechnungsbetrag und gegebenenfalls gewährter Freibeträge.

Die erfassten Angaben sind und waren die Grundlage für die Besteuerung des Arbeitnehmers. Aus diesem Grund sollte der Arbeitnehmer stets die erfassten Angaben auf ihre Richtigkeit und Vollständigkeit überprüfen. 

Kritik an der Elektronischen Lohnsteuerkarte

Viele Kritiker waren gegen die Einführung der elektronischen Datenerfassung. Dies hat sowohl datenschutzrechtliche aber organisatorische Gründe. Einige Experten sahen die Einführung kritisch, da nach ihrer Ansicht zwar durch diese elektronische Erfassung die Finanzämter entlastet, alle anderen Beteiligten jedoch belastet werden.

Datenschützer sahen in der Einführung der elektronischen Erfassung einen weiteren Schritt in die Richtung gläsener Bürger und Überwachungsstaat. Sie befürchteten außerdem Datenmissbrauch. Andere Kritiker bemängelten, dass der Steuerpflichtige nicht mehr jährlich über seine Eintragungen informiert wird.