Zuschussrente

Mit Zuschussrente Altersarmut bekämpfen

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will mit dem Konzept der Zuschussrente für Geringverdiener die Altersarmut bekämpfen. Der Vorschlag sieht vor, dass Mini-Renten auf 850 Euro im Monat angehoben werden sollen, damit Rentner der Grundsicherung entgehen. Wir haben eine Übersicht zum Thema zusammengestellt.

Zuschussrente - Bedingungen im Überblick

Die Bundesregierung plant zum 1. Januar 2013 eine Rentenreform, durch die Geringverdiener eine höhere gesetzliche Rente erhalten sollen. Für Geringverdiener, die sich im Arbeitsleben Rentenansprüche unterhalb des Grundsicherungsniveaus erworben haben, stockt der Staat die Leistungen auf. Je nach Beitragszahlung und eigener Vorsorge wird die Rente auf bis zu 851,57 Euro im Monat aufgestockt. Die Zuschussrente liegt damit auf dem Niveau eines Beitragszahlers, der in Westdeutschland 31 Jahre lang und in Ostdeutschland 35 Jahre lang ein Durchschnittseinkommen erzielt hat. 

Der Rentenanspruch orientiert sich an der früheren Rente nach Mindesteinkommen. Daher werden die Ansprüche von Geringverdienern in der Rente verdoppelt. Wer z.B. als Minijobber oder Teilzeitarbeiter ein geringes Gehalt erzielt, erhält die doppelten Rentenanwartschaften, als dies eigentlich dem Einkommen entsprechen würde. Dies erfolgt so lange, bis die maximale Zuschusrente von 851,57 Euro erreicht ist.

Doch die Zuschussrente für Geringverdiener ist an Bedingungen geknüpft. So kann der Anspruch nur erworben werden, wenn mindestens 40 Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung bestanden haben. Zeiten von Arbeitslosigkeit, Ausbildung oder Kindererziehung werden eingerechnet. Insgesamt muss der Versicherte mindestens 30 Jahre beschäftigt gewesen sein (inklusive Kindererziehung und Pflegezeiten). Ab dem Jahr 2018 müssen Antragsteller zusätzlich eine staatliche geförderte private Altersvorsorge (z.B. Riester-Rente, Basis-Rente, Betriebsrente) nachweisen. Die private Vorsorge wird nicht auf die Zuschussrente angerechnet. Einkommen und gesetzliche Rentenansprüche des Ehepartners werden hingegen angerechnet. Ab 2023 wird die Zuschussrente nur gewährt, wenn 45 Versicherungs- und 35 Beschäftigungsjahre vorgewiesen werden können.

Private Rentenversicherungen Vergleich anfordern

Regelungen zur Zuschussrente für Geringverdiener

Die Absicht der Bundesregierung ist es, die Mini-Renten von Personen aufzustocken, die ein Leben lang gearbeitet und zusätzlich vorgesorgt haben, die Rente aber trotzdem unterhalb der Grundsicherung liegt. Die Zuschussrente liegt mit 851,57 Euro ca. 150 Euro höher als die durchschnittliche Grundsicherung im Alter

Wer bis 2018 die Zuschussrente beantragt, muss keine private oder betriebliche Vorsorge nachweisen. Nach dieser Übergangsfrist wird der staatliche Zuschuss nur gewährt, wenn mindestens fünf Jahre lang in eine Riester-, Rürup- oder Betriebsrente gespart wurde. Im Zeitraum bis 2049 werden die Voraussetzungen weiter angehoben. Ab dann gibt es die Zuschussrente nur, wenn die zusätzliche Vorsorge mindestens 35 Jahre lang betrieben wurde. 

Die Rentenleistungen aus der ergänzenden Vorsorge werden nicht auf die Zuschussrente angerechnet. Betroffene erhalten also die staatliche Leistung und zusätzlich die Rente aus der Zusatzvorsorge. Nach den Berechnungen des Arbeits- und Sozialministeriums fallen anfangs Kosten von 90 Millionen Euro pro Jahr für etwas 50.000 Anspruchsberechtigte an. Für das Jahr 2030 geht das Ministerium bereits von Kosten von 3,39 Milliarden Euro für dann 1,36 Millionen Rentner aus. Ein Großteil der Bezieher dürften Frauen sein, weil diese häufig in Minijobs und in Teilzeit arbeiten sowie Kindererziehungszeiten vorweisen.

Zusätzliche Regelungen der Rentenreform

Die Bekämpfung der Altersarmut ist das oberste Ziel der Bundesregierung. Daher werden auch die Regelungen zu anderen Rentenarten im Zuge der Rentenreform geändert. So sollen die Zurechnungszeiten bei der Erwerbsminderungsrente verbessert werden. Versicherte, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Job aufgeben müssen, erhalten schrittweise eine höhere Rente. Dazu wird bei der Rentenberechnung so getan, als wenn der Rentner bis zum 65. Lebensjahr ein Durchschnittsgehalt bezogen hätte. Die Erwerbsminderungsrente fällt damit künftig um bis zu 45 Euro pro Monat höher aus.

Eine weitere Neuregelung betrifft den Hinzuverdienst in der Rente. Bislang galt: Wer vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente ging, durfte maximal 400 Euro im Monat ohne Rentenabzug dazuverdienen. Künftig darf das Einkommen aus Teilzeitarbeit und gesetzlicher Rente genauso hoch ausfallen wie das bisherige Nettoeinkommen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Auf die neue sogenannte Kombirente müssen zudem geringere Steuern und Sozialabgaben als beim Gelt entrichtet werden. Die Kombirente wird Versicherten angeboten, die mindestens 63 Jahre alt sind und 35 Versicherungsjahre in der Rentenkasse vorweisen können.

Auch Selbständige sollen in die Rentenreform einbezogen werden. Bislang konnte diese Berufsgruppe frei über die Altersvorsorge entscheiden. Da ein Großteil der Selbständigen nicht von der Rentenversicherung erfasst wird, droht vielen der Absturz in die Grundsicherung in der Rente. Künftig muss jeder Selbständige einen ausreichenden Vorsorgeschutz nachweisen. Die Absicherung kann wahlweise in der gesetzlichen Rente oder über private Versicherer erfolgen. Die Zusatzrente muss oberhalb der staatlichen Grundsicherung im Alter liegen. Das Ministerium rechnet mit Vorsorgebeiträgen von 250 bis 300 Euro im Monat und mit 100 Euro für die Absicherung gegen Erwerbsminderung.

Weitere Artikel