Fitch straft Japan ab
Die amerikanische Ratingagentur Fitch stufte Japan auf die Note A+ herab. Die Analysten setzten den Ausblick für das Land zudem auf „Negativ“. Japan weist mit 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts die höchste Staatsverschuldung unter den Industrienationen aus.
Die amerikanische Ratingagentur Fitch stufte Japan von bisher „AA-“ auf die Note „A+“ herab. Die Analysten setzten den Ausblick für das Land zudem auf „Negativ“, was bedeutet, dass mit weiteren Abstufungen zu rechnen ist. Die Experten begründeten ihr Vorgehen mit der Tatsache, dass Japan mit 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts die höchste Staatsverschuldung unter den Industrienationen ausweist. Japan wuchtet derzeit eine Verschuldung von rund vier Billionen Euro.
Derzeit versucht die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda eine Verdopplung der Verbrauchssteuer von derzeit 5 Prozent durchzusetzen, was sehr schwierig sein dürfte. Doch allein diese Maßnahme trägt nicht ausreichend zur Sanierung bei, vielmehr muss das asiatische Land konkret und glaubwürdig konsolidieren, so dass die Schulden sukzessive abgebaut werden können. Experten vertreten die Ansicht, dass das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden müsse, was wiederum Fiskalumgestaltungen sowie strukturelle Reformen bedinge.
Prognosen zur Folge, kann Japan in diesem Jahr mit einem realen Wachstum von 2,0 Prozent rechnen. Auch im kommenden Jahr setzt sich das Wachstum fort, allerdings nur noch mit schätzungsweise 1,5 Prozent. Die Tatsache, dass Japan enorme finanzielle Mittel in den Wiederaufbau des Landes pumpt, bewirkt ein Ansteigen der Wirtschaftsleistung des vom Erdbeben und Tsunami gebeutelten Landes. Die Analysten von Fitch sind jedoch der Auffassung, dass der Schuldenstand Japans bis Jahresende auf 239 Prozent des Bruttoinlandsproduktes wachsen könne.
Die schlechtere Einstufung hinsichtlich der Bonität signalisiert eine höhere Ausfallwahrscheinlichkeit japanischer Staatsanleihen, was in einer Verteuerung künftiger Kreditaufnahmen münden könnte. Die Bewertungen der Agentur, die auf bereits bekannten Zahlen und Umständen basieren, könnten auf den Märkten zusätzliche negative Bewegungen auslösen. Fitch stufte Japan bisher am schlechtesten ein. Die Ratingagentur Moody' s benotete die Bonität Japans mit “'Aa3“ und auch Standard & Poor' s zeigt sich nicht so streng wie Fitch und vergab die Zensur „AA-“.
Mit Hilfe der Noten der Analysten fällen Privatanleger, Kreditinstitute und Versicherungen ihre Entscheidungen bezüglich einer Anlage. Weltweit existieren rund 150 Agenturen dieser Art, doch die Herrschaft liegt bei den amerikanischen Unternehmen Fitch, Moody`s und Standard and Poor`s. Im Januar stampfte die EU eine Behörde aus dem Boden, die wiederum die Machenschaften der Rating-Agenturen im Auge behält. Es handelt sich um die ESMA - European Securities and Markets Authority -, die ihren Sitz in Paris hat.
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