Wie schützt man sich vor Inflation?

Inflationsschutz durch Sachwerte

Wie schützt man sich vor Inflation?

Die Schuldenkrise verursacht bei Anlegern die Angst vor einer Geldentwertung. Daher fragen sich viele: Wie schützt man sich vor Inflation? Nachfolgend erhalten Sie einen Ratgeber zum Thema.

Inflationsschutz: Deutsche fürchten Geldentwertung

Die Mehrheit der Deutschen hat Angst vor der Geldentwertung. Für viele ist der Euro keine starke Währung. Aufgrund der Schuldenkrise in Europa und den zahlreichen Rettungspaketen fürchtet eine Mehrheit, dass die Zeiten einer stabilen Währung vorbei sind. Die aktuellen Preissteigerungsraten zeigen einen Aufwärtstrend bei den Preisen. Vor allem Energie und Produkte des täglichen Bedarfs weisen eine Teuerung von drei bis fünf Prozent auf und nähren die Befürchtung der Inflation.

Noch verharrt der veröffentliche Inflationsrate auf einem Wert bei zwei Prozent. Sollte sich die Preise auf breiter Front tatsächlich um fünf Prozent im Jahr verteuern, würde dies bedeuten, dass sich die Kaufkraft des Geldvermögens in nur zehn Jahren halbiert. Aus diesem Grund gilt das Interesse Inflationsgeschützen Anlagen. Wie sollte das Portfolio aufgestellt, um einen wirksamen Schutz vor Inflation zu bieten? Die Kernthese vieler Anlageberater lautet, in Sachwerte zu investieren. Dazu zählen Immobilien, Rohstoffe, Aktien und Edelmetalle. Diese Kapitalanlagen schützen am ehesten vor einer Geldentwertung.

Sachwerte verfügen über einen Substanzwert. Dieser Wert an sich bleibt bestehen, auch wenn es Marktphasen der Über- oder Untertreibung gibt. Daher gelten Investitionen in Sachwerte als ein probates Mittel, Phasen der Inflation zu umgehen. Was steckt hinter den einzelnen Anlageklassen? Wir haben die jeweiligen Vor- und Nachteile recherchiert.

Schützen Immobilien vor Inflation?

Die Investition in die eigenen vier Wände oder in eine vermietete Eigentumswohnung gilt als zuverlässiger Schutz vor einer Geldentwertung. Immobilien weisen über die Jahre eine stetige Wertentwicklung auf. In jeder Marktphase lässt sich beim Verkauf einer Wohnung oder eines Hauses ein Preis erzielen, bei dem die aktuelle Inflationsrate "eingerechnet" ist. Allerdings gilt für die Werthaltigkeit eines Immobilieninvestments der Grundsatz: Lage, Lage, Lage. Nur wenn sich das Objekt in einer gefragten Gegend befindet, lässt sich bei der Vermietung oder mit dem Verkauf ein entsprechender Preis erzielen.

Bereits jetzt sinken die Immobilienpreise in Regionen mit Bevölkerungsrückgang oder einer unterentwickelten Wirtschaft. Positiv bei vermieteten Einheiten ist, dass der Vermieter den Mietzins an den Verbraucherpreisindex koppeln kann. Dies ist das wirksamste Mittel gegen Geldentwertung. Ein Mieter wird jedoch nur eine höhere Miete akzeptieren, wenn es sich um eine gefragte Lage handelt.  Achtung vor Gewerbeimmobilien: Die Mieten unterliegen hier den Schwankungen der Konjunktur. Das Risiko von Mietpreisschwankungen ist deutlich höher als bei privat vermieteten Einheiten.

Eine andere Möglichkeit ist die Anlage in Immobilienfonds, die als offene oder geschlossene Fonds angeboten werden. Hierbei kaufen Anleger Fondsanteile und erhalten von den Fondsgesellschaften Ausschüttungen, die zu einem großen Teil steuerfrei sind. In der Vergangenheit konnten Anleger bei offenen Immobilienfonds Renditen erzielen, die stets oberhalb der Inflationsrate lagen. Seit der Lehman-Pleite hat es jedoch auch die sonst so krisensicheren Immo-Fonds erwischt. Inzwischen werden vier Fonds abgewickelt und ein Großteil hat die Anteilsrückgabe ausgesetzt.Bei geschlossenen Fonds gilt seit jeher das Prinzip, dass nicht jedes Investment lukrativ ist. Aufgrund hoher Innenprovisionen wirft nicht jedes Geschäftsmodell die prognostizierte Rendite ab.

Fazit: Die Immobilie kann einen Schutz vor Inflation bieten, wenn die Rahmenbedingungen (Objekt, Lage, Kaufpreis etc.) stimmen. Da Immobilien-Investitionen aufgrund der hohen Kaufsummen in der Regel über Kredite finanziert werden, ist das Risiko bei schlechtem Verlauf (Mietausfall, Renovierungen etc.) höher als bei Aktienfonds.

Inflationsschutz über Aktien und Aktienfonds

Aktien von Unternehmen, die jeder kennt und deren Produkte auch während einer Rezession Absatz finden, sollte jeder Anleger im Depot halten. So lautet eine der Grundregeln der Aktienanlage. Dazu zählen z.B. Werte wie Coca-Cola, McDonald´s oder Gilette. Preiserhöhungen bei Rohstoffen können direkt an die Kunden weitergegeben werden. Trotz einer Inflation bleibt die Gewinnlage der Unternehmen unverändert. Dadurch können zumindest theoretisch die Dividenden in unveränderter Höhe ausgeschüttet werden.

Zudem gelten Werte mit einem hohen Bestand an Substanzwerten (z.B. Maschinen, Grundstücke, Immobilien) als bevorzugte Dividendenpapiere. Bei inflationären Tendenzen behält die Substanz eines Unternehmens seinen ursprünglichen Wert.

Nicht zu vernachlässigen ist jedoch das Risiko von Kursschwankungen. Auch in Zeiten einer Rezession können die Kurse von sogenannten Blue Chips um 30 bis 40 Prozent fallen. Anleger müssen über einen langen Zeitraum investiert sein, um Kursrückgänge aufholen zu können. Das gleiche gilt für Aktienfonds. Durch die breitere Streuung, also den Kauf mehrerer Aktien, ist die Gefahr von Rückschlägen geringer. Inzwischen haben sich die Fondsgesellschaften auf den neuen Trend ausgerichtet und bieten spezielle Fonds, bei denen das Hauptaugenmerk auf Inflationsschutz liegt.

Gold und Edelmetalle - Inflationsgeschütze Anlagen?

Gold und Edelmetalle sollte ein Investor auf jeden Fall im Depot haben, wenn ein wirksamer Schutz vor Geldentwertung bestehen soll. Gerne wird dazu das Beispiel bemüht, dass der Gegenwert eines Goldstücks zu jeder Zeit der gleiche war. Goldanleger sind Langfristinvestoren, die die kurzfristigen Kursentwicklungen nicht interessieren sollten. Bei der Anlage in Gold geht es vornehmlich auch nicht um Erträge. Bei der Direktanlage gibt es keine Ausschüttungen. Zudem belasten hohe Gebühren die Rendite.

Vielmehr geht um einen von der aktuellen Währung stabilen Anker im Depot. Aufgrund der hohen Volatilität der Kursentwicklungen sollten Gold und Edelmetalle höchstens zehn Prozent in einem strukturierten Depot ausmachen. Da die Notierungen meist in Dollar erfolgen, tragen Anleger noch ein Wechselkursrisiko.

Risikostreuung bietet Schutz vor Inflation

Niemand kann mit Gewissheit die Zukunft vorhersagen. Dies trifft auf sämtliche Anlageklassen zu. Jede Bewertung über die Vorteilhaftigkeit von Aktien oder Immobilien hat als Grundlage die Wertentwicklung in der Vergangenheit. Da sich die Rahmenbedingungen durch politische oder gesellschaftliche Umwälzungen ändern können, sollte man nicht davon ausgehen, dass in der Vergangenheit erzielte Renditen für die Zukunft gelten.

Das lange bewährte Prinzip der Risikostreuung, also das Aufteilen des Anlagebetrages auf verschiedene Anlageklassen, gilt als der zuverlässigste Schutz vor Inflation. Dies können inflationsgeschützte Zinspapiere, Aktien, Edelmetalle und Immobilien sein. Dabei sollte man darauf achten, das Risiko gleich zu verteilen. Wer sein Kapital vollständig in eine Immobilie investiert, trägt ein größeres Risiko als derjenige, der zusätzlich noch Edelmetalle oder Aktienfonds hält.

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