Was ist steuerlich absetzbar?

Was Steuerzahler absetzen können

Bis Ende Mai müssen Steuerpflichtige ihre Steuererklärung abgeben. Wer möglichst wenig Geld an den Fiskus abführen möchte, sollte prüfen, was steuerlich absetzbar ist. Fast jeder hat die Möglichkeit, Steuern zu sparen. Die wichtigsten abzugsfähigen Kosten gibt der nachfolgende Überblick.

Was Sie von der Steuer absetzen können - Vorbereitung

Im ersten Schritt sollten Sie die Steuerklassen prüfen. Vor allem beim Ehepaaren mit unterschiedlichen Einkommen ist es sinnvoll, die Steuerklasse zu wechseln. Sie erhalten dann bereits mit der monatlichen Lohn- und Gehaltsabrechnung ein höheres Nettogehalt. Die Steuererklärung muss immer bis zum 31. Mai des darauffolgenden Jahres beim zuständigen Finanzamt abgegeben werden. Allerdings kann diese Frist auf Antrag oder bei Unterstützung durch einen Steuerberater verlängert werden (Fristverlängerung). Zudem ist es hilfreich, wenn Sie bereits während des Jahres alle Belege in einem Ordner sammeln, also z.B. Rechnungen von Handwerkern, Spendenbescheinigungen und Belege für Zuzahlungen zu Krankheitskosten.

Steuerlich absetzbare Aufwendungen und Kosten

Für viele ist die Steuererklärung ein lästiges Übel. Doch mit den richtigen Tipps lassen sich möglicherweise mehrere Hundert Euro sparen. Denn Sie können mehr absetzen als Sie vermuten. Zunächst kommt der Arbeitnehmerpauschbetrag zum Abzug. Das Finanzamt zieht Ihnen automatisch 1.000 Euro vom zu versteuernden Einkommen ab, ohne dass Nachweise erforderlich sind. Wer höhere Aufwendungen hat, muss Belege für jeden Vorgang einreichen.

Zusätzlich mindern die Werbungskosten die Steuerlast. Dazu zählen z.B. die Kosten für die doppelte Haushaltsführung, Bewerbungskosten oder Kontoführungsgebühren. Die Kosten müssen durch Rechnungen oder Quittungen belegt werden. Jede Form der berufsbedingten Fortbildung zählt zu den Werbungskosten. Das kann unter Umständen auch ein Sprachkurs sein, wenn die Fremdsprachenkenntnisse beruflich erforderlich sind. Kosten der Erstausbildung und eines berufsbegleitenden Studiums stellen ebenso Werbungskosten dar wie Ausgaben, die durch einen Unfall auf dem Weg zum Arbeitsplatz anfallen . Auch Kosten für Arbeitsmittel können in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Wird der heimische Computer regelmäßig beruflich verwendet, zählt auch er unter Umständen dazu. Ist beruflich eine doppelte Haushaltsführung erforderlich, so wirken sich die dadurch entstehenden Kosten ebenfalls steuermindernd aus. Ausführliche Infos zum Thema Werbungskosten finden Sie hier

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind mit 30 Cent je Kilometer steuerlich absetzbar und gehören ebenfalls zu den Werbungskosten. Der Höchstbetrag für die Pendlerpauschale liegt bei 4.500 Euro im Jahr. Diese Grenze gilt jedoch nicht, wenn der Arbeitnehmer einen Dienstwagen benutzt. Ausführliche Informationen zur Pendlerpauschale finden Sie hier.

Durch die Einführung der Abgeltungssteuer wurde der Freibetrag und Werbungskosten-Pauschbetrag zum 1. Januar 2009 abgeschafft. Ledige können seither bis zu 801 Euro Im Jahr an Zinsen und Kapitaleinkünften steuerfrei vereinnahmen. Für Verheiratete liegt der Wert 1.602 Euro.

Keine Einkommensteuern fallen bei Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags an. Dieser liegt bei Ledigen bei 8.004 Euro, für Ehepaare gilt der doppelte Wert. Für jedes Kind liegt der Freibetrag bei 7.008 Euro. Die Kosten für Kinderbetreuung reduzieren die Steuerlast ebenfalls. Bis zu 4.000 Euro können im Jahr steuerlich abgesetzt werden. 

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Krankenversicherung und Altersvorsorge steuerlich absetzbar

Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung können in voller Höhe abgesetzt werden. In der privaten Krankenversicherung sind die sogenannten Basisaufwendungen steuerlich absetzbar. Die privatärztlichen Bestandteile wie Einbettzimmer und Chefarztbehandlung sind dagegen nicht berücksichtigungsfähig. Im Schnitt können Privatversicherte zwischen 75 und 85 Prozent der Beiträge steuerlich absetzen. Dazu stellen die Versicherer eine Beitragsbescheinigung aus. 

Neben den gesetzlichen Sozialversicherungen gehören auch Unterhaltsleistungen und dauernde Lasten, die für andere aufzubringen sind, sowie Beiträge zu Lebensversicherungen, sofern es sich nicht um fondsgebundene Versicherungen handelt, freiwilligen Pflegeversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen, Haftpflichtversicherungen, besonderes Schulgeld für die Kinder und Spenden abgesetzt werden.

Auch mit der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge lassen sich Steuern sparen. Beiträge zur Riester-Rente mindern vollständig das zu versteuernde Einkommen. Die Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung und eine Basis-Rente sind zu 72 Prozent steuerlich absetzbar. Wer die Höchstbeträge von 20.000 Euro bzw. 40.000 Euro für Ehepaare voll ausschöpft, erhält je nach Steuersatz bis zu 9.500 Euro vom Fiskus zurück.

Außergewöhnliche Belastungen, die dazu führen, dass man Steuern sparen kann, sind besondere Krankheitskosten wie Kosten für Zahnersatz oder Brillen, der Eigenanteil zur Krankenversicherung, die sogenannte Praxisgebühr, Eigenanteile zu Medikamenten und anderen medizinischen Hilfsmitteln. Auch dann, wenn die Krankenkasse sich an Krankheitskosten nicht beteiligt, können diese von der Steuer abgesetzt werden. Wer durch einen Unglücksfall wie einen Brand oder Hochwasser hohe Verluste erlitten hat, kann diese ebenfalls als außergewöhnliche Belastungen ansetzen. 

Beispiele für steuerlich absetzbare Kosten

Steuerpflichtige können z.B. Beiträge zu Berufsverbänden oder Gewerkschaften steuerlich absetzen. Fortbildungskosten können ebenfalls in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Dazu zählen die Aufwendungen für Kurse an der Volkshochschule oder Abendschule sowie Kosten für Lehrbücher, Prüfungsgebühren und Schreibmaterial. In diesen Bereich fallen ebenfalls Fahrtkosten und Verpflegungsmehraufwendungen, die im Zusammenhang mit einer Fortbildung entstanden sind.

Kontoführungsgebühren können pauschal mit 16 Euro pro Jahr abgesetzt werden. Mit Einzelnachweis können auch höhere Kosten anerkannt werden. Die Kosten für Tagesmutter oder eine KITA können als Werbungskosten, Sonderausgaben oder haushaltsnahe Dienstleistungen berücksichtigt werden. Da es keinen gesetzlichen Pauschalbetrag gibt, müssen die Kosten dem Finanzamt einzeln nachgewiesen werden. Beide Elternteile müssen zudem berufstätig sein. 

Steuern sparen mit Familie und Kindern

Ehepaare und Familien mit Kindern können Steuern sparen, wenn sie die Vergünstigungen, die der Gesetzgeber ihnen zugesteht, konsequent nutzen. Bezüglich der Veranlagung können Ehepaare wählen, ob sie steuerlich getrennt oder zusammen veranlagt werden möchten. Die Zusammenveranlagung führt aufgrund des Ehegatten-Splittings in den meisten Fällen zu einer geringeren Steuerbelastung. Insbesondere dann, wenn ein Ehepartner ein deutlich geringeres oder gar kein eigenes Einkommen hat, wirkt sich der Splittingtarif für beide Eheleute günstig aus. Eine getrennte Veranlagung führt dann zu Steuererleichterungen, wenn ein Ehepartner Verluste erwirtschaftet hat, die unter Umständen in das vorangegangene Jahr übertragen werden können, aber auch, wenn es einen Anlass zur Anwendung eines besonderen Steuersatzes gibt. Hat ein Ehepartner außergewöhnliche Einkünfte erzielt, die aufgrund ihrer Höhe die Steuerlast beider Ehepartner erhöhen könnten, ist die Wahl der getrennten Veranlagung unter Umständen ebenfalls vorteilhaft.

Ehepaare können die günstige Zusammenveranlagung auch schon für das gesamte Jahr der Eheschließung für sich in Anspruch nehmen und Steuern sparen, selbst dann, wenn sie erst am 31. Dezember heiraten. Dasselbe gilt für das Jahr der Ehescheidung. Wer alleinerziehend ist, kann durch die Heirat mit höheren Steuern belastet werden, da der Haushaltsfreibetrag dann nicht mehr berücksichtigt wird. Kosten der Ehescheidung wirken sich steuermindernd aus, da sie als außergewöhnliche Belastungen von der Einkommenssteuer abgesetzt werden können.

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