Versicherungsteuer

Die Versicherungsteuer übersichtlich erklärt

Mit den Versicherungsbeiträgen wird auch häufig die Versicherungsteuer fällig. Für Versicherungen gelten allerdings unterschiedliche Besteuerungssätze, und einige Policen werden gar nicht besteuert.

Die Versicherungsteuer im Überblick

Als Versicherungsteuer wird die Steuer auf Beitragszahlungen und Prämien für Versicherungsverträge bezeichnet. Die Rechtsgrundlage für die Erhebung der Versicherungsteuer bildet das Versicherungsteuergesetz aus dem Jahr 1996. Bei der Steuer für Versicherungen handelt es sich um eine Verkehrsteuer, zu der auch die Umsatzsteuer und Grunderwerbsteuer gezählt wird. Der Bund nimmt mit der Besteuerung von Versicherungen jährlich etwa zehn Milliarden Euro ein. Der Anteil der Versicherungsteuer an den Gesamtsteuereinnahmen des Bundes beträgt damit rund vier Prozent.

Die Steuer auf Versicherungspolicen wurde erstmals im 19. Jahrhundert erhoben. Zu dieser Zeit wurde die Versicherungsteuer noch als Stempelabgabe beim Abstempeln der Versicherungsverträge durch die zuständigen Behörden eingezogen. Als Verkehrssteuer der einzelnen Länder wurde die Versicherungssteuer später übernommen und einheitlich geregelt. Mit dem Bonner Grundgesetz des Jahres 1949 ging der Ertrag aus der Steuer zunächst an die Länder und wurde 1970 wieder an den Bund übertragen.

Versicherungsteuer: Steuersätze und besteuerte Versicherungen

Der allgemeine Steuersatz für Versicherungen beträgt 19 Prozent. Damit bewegt sich die Versicherungsteuer auf dem Niveau der Mehrwertsteuer in Deutschland. Die Verkehrsteuer wurde im Zuge der Mehrwertsteuererhebung von 16 auf 19 Prozent angehoben. Hierbei ist zu beachten, dass der Steuersatz von 19 Prozent jedoch nicht für alle Versicherungen gilt. Einige Versicherungsarten sind sogar vollständig von der Versicherungsteuer befreit. Die Versicherungsteuer wird nicht erhoben für die: Arbeitslosenversicherung, Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Krankenversicherung, Lebensversicherung und Rückversicherung.

Neben der allgemeinen Versicherungsteuer von 19 Prozent gelten gesonderte Steuersätze für die Feuerversicherung (14 Prozent), für die Gebäude- und Hausratversicherung inklusive Feuer (ab 17,75 Prozent) sowie für die Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr (3,8 Prozent). Auf die Hagelversicherung wird eine Versicherungsteuer in Höhe von 0,2 Prozent vom Tausend der Versicherungssumme erhoben. Die jeweils fällige Versicherungssteuer ist immer auf dem aktuellen Beitragsbescheid oder Versicherungsvertrag vermerkt (beispielsweise: enthält 19 Prozent Versicherungsteuer).

Versicherungsteuer: Erhebung und Fälligkeit

Die Versicherungsteuer wird mit der Zahlung der Versicherungsbeiträge oder –Prämien fällig. Bei jährlicher Zahlungsweise einer Police wird die Steuer damit einmal pro Jahr zusammen mit dem Versicherungsbeitrag der Gesellschaft erhoben. Die Versicherungsteuer wird automatisch vom Versicherungsunternehmen für seinen Versicherungsnehmer abgeführt. Als Steuerschuldner gilt der Versicherungsnehmer. Da die Steuer für Versicherungen aber zusammen mit dem Beitrag erhoben und abgeführt wird, muss sich der Versicherungsnehmer nicht selbst darum bemühen.

Die Berechnung der Versicherungsteuer wird immer prozentual auf Basis der Prämie in Höhe von durchschnittlich 19 Prozent durchgeführt. Seit 2010 wird die Steuer für Versicherungen vom Bundeszentralamt für Steuern verwaltet. Steigende Steuersätze gelten auch für die Versicherungsteuer: Mit 19 Prozent liegt die Steuer auf Versicherungen heute so hoch wie die Mehrwert- und Umsatzsteuer. Bis 1988 wurden die Policen in der alten Bundesrepublik mit vergleichsweise niedrigen fünf Prozent besteuert. Mit der Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent erfolgte auch eine Anpassung der Versicherungsteuer.

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