Verletztengeld

Entgeltersatzleistung: finanzielle Hilfe bei einer Arbeitsunfähigkeit

Die Zahlung von Verletztengeld ist im Sozialgesetzbuch geregelt und stellt im Falle einer Berufskrankheit oder eines Unfalls eine Entgeltersatzleistung bereit.

Verletztengeld: Anspruch basiert auf bestimmten Voraussetzungen

Verletztengeld ist eine Leistung, die im Siebten Buch des Sozialgesetzbuches festgeschrieben ist und als Entgeltersatzleistung aus der gesetzlichen Unfallversicherung gezahlt wird, wenn der Betroffene alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. Dazu gehören eine Absicherung in der gesetzlichen Unfallversicherung vor Eintreten des Versicherungsfalles, ein Nachweis über die Arbeitsunfähigkeit und das Nachweisen zeitaufwendiger Heilbehandlungen, die eine herkömmliche Erwerbstätigkeit unmöglich machen. Der sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, der krankheits- oder unfallbedingt nicht mehr seiner Berufstätigkeit nachgehen kann, muss bis zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit oder einer medizinischen Behandlung Entgelt aus einer Beschäftigung oder einen Gewinn aus einer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit erhalten haben.

Einen Anspruch auf Verletztengeld haben auch alle, die bis unmittelbar vor der Arbeitsunfähigkeit ein Übergangsgeld, Mutterschaftsgeld, Winterausfallgeld, Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld bezogen haben. Entgeltersatzleistungen stehen auch Vater oder Mutter eines verletzten Kindes zu, das jünger als 12 Jahre ist und dauerhaft einer Beaufsichtigung, einer Pflege oder einer besonderen Betreuung bedarf.

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Verletztengeld - Anspruch sichert Existenz

Ist der Versicherte krankheitsbedingt oder nach einem Unfall nicht mehr in der Lage, seinen Unterhalt zu sichern, besteht ein Anspruch auf Verletztengeld vom ersten Tag einer ärztlichen Diagnose, die eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Jedoch wird die Zahlung dieses Entgeltersatzes auf das noch laufende Arbeitsentgelt angerechnet. Konkret bedeutet dies, dass die gesetzliche Unfallversicherung erst zahlt, wenn Lohn- und Gehaltszahlungen ablaufen. Mit dem ärztlich bescheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit oder dem Ende einer medizinischen Maßnahme, die den Betroffenen nicht mehr an einer ganztätigen Erwerbsfähigkeit hindert, endet automatisch der Anspruch auf ein Verletztengeld.

Gleiches gilt auch, wenn der Versicherungsnehmer soweit genesen ist, dass man ihm eine Berufs- und Erwerbstätigkeit zumuten kann. Tritt der Versicherte ins Rentenalter ein, hat er einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente oder bezieht ähnliche Leistungen, entfällt der gesetzliche Anspruch an die Unfallversicherung, sofern sich der Grund der körperlichen Einschränkung nicht auf einen Arbeits- oder Wegeunfall bezieht.

Verletztengeld: Anspruchshöhe variiert

Verletztengeld wird ähnlich wie das Krankengeld berechnet, wobei jedoch die Höhe des Anspruchs individuell festgesetzt wird. Im Gegensatz zum Krankengeld stehen dem Betroffenen 80 Prozent an Entgeltleistungen zu, wobei das Nettoeinkommen als Höchstgrenze zu Berechnung herangezogen wird. Darüber hinaus werden Einnahmen aus geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge und andere steuerfreie Entgeltbestandteile bei der Berechnung berücksichtigt. Arbeitslosen steht ein Verletztengeld in Höhe des Arbeitslosengeldes zu und Umschüler erhalten den in Aussicht gestellten Tariflohn.

In jedem Falle werden laufende Arbeitsentgelte wie Unterhaltsgeld, Mutterschaftsgeld, Kurzarbeitergeld, Winterausfallgeld und Versorgungskrankengeld angerechnet. Die Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung unterliegen zudem auch dem steuerlichen Progressionsvorbehalt. Dieser Begriff aus dem Steuerrecht umschreibt ein Verfahren, das dem Steuerpflichtigen einerseits steuerfreie Einkünfte in Aussicht stellt, andererseits aber zu einem erhöhten Steuersatz für alle anderen steuerpflichtigen Einkünfte führen kann. Unternehmer, die freiwillig versichert sind, unterliegen einer anderen Berechnung hinsichtlich der Entgeltersatzleistungen. Ihnen steht pro Kalendertag der 450. Teil des kompletten Jahresarbeitsverdienstes zu.

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