Twin-Win Zertifikate
Twin-Win Zertifikate - eine risikofreie Geldanlage?
Twin-Win-Zertifikate
Twin-Win Zertifikate können für Anleger eine günstige Form der Kapitalanlage darstellen, da sowohl eine positive als auch eine negative Entwicklung des Index zu einer Kapitalmaximierung führen kann. Je nach Produkt beträgt die Laufzeit bei dieser Anlageform zwischen 3,5 und 6 Jahren. Während dieser Zeit wird kontinuierlich die Entwicklung des Basiswertes betrachtet. Am Ende der Laufzeit erfolgt die Auszahlung des Kapitals in Abhängigkeit vom Tageswert des Index. Dieser stellt aber nicht zwangsläufig die Höhe des zu erstattenden Kapitals dar, er bildet lediglich die Grundlage.
Je nach Entwicklung des Basiswertes innerhalb der Laufzeit sind 4 Szenarien denkbar. Ist der Tageswert innerhalb der Anlagezeit über den Anfangskurs gestiegen, erhält der Anleger sein investiertes Kapital zuzüglich eines Gewinns ausgezahlt. Die Höhe des Gewinns setzt sich dabei jedoch nicht nur aus der Differenz zwischen End- und Anfangswert zusammen. Bei Twin-Win Zertifikaten wird der nominelle Gewinn mit einem Faktor multipliziert. Dieses Verfahren wird als Hebelwirkung bezeichnet.
Der Anleger kann aber ebenso bei einer negativen Entwicklung des Basiswertes Gewinne erzielen. Eine gewisse Verlusthöhe ist bei dieser Geldanlage abgesichert. Diese Höhe wird auch als Teilschutzgrenze bezeichnet und liegt je nach Vertrag bei etwa 50 bis 70 Prozent. Falls diese Grenze innerhalb der Laufzeit nie unterschritten wurde, erhält der Anleger im Verlustfall einen Gewinn in Höhe des Verlustes ausgezahlt.
Twin-Win Zertifikate: Vor- und Nachteile
Die Vorteile der Twin-Win Zertifikate sind vor allem in der Hebelwirkung bei einer positiven Entwicklung des Basiswertes sowie in der Gewinnauszahlung in Höhe des Verlustes innerhalb der abgesicherten Grenzen zu finden. Jedoch bietet auch diese Anlageform keinen universellen Schutz. Bei einer Unterschreitung der Teilschutzgrenze erfolgt nur noch eine Auszahlung zum Basiswert, das heißt, Verluste werden realisiert.
Natürlich ist es auch denkbar, dass der Basiswert innerhalb der Laufzeit unter die Teilschutzgrenze fällt, sich aber bis zum Laufzeitende wieder erholt. In diesem Fall ist die Höhe der Auszahlung von der weiteren Entwicklung der Tageswerte abhängig. Falls der Basiswert nach Grenzunterschreitung wieder über den Anfangswert steigen konnte, erhält der Anleger in jedem Fall Gewinne ausgezahlt. Ist jedoch die Steigerung zu gering, erhält der Anleger auch im abgesicherten Bereich nur den tagesaktuellen Wert.
Der wesentliche Vorteil von Twin-Win Zertifikaten für den Anleger stellt die Gewinnaussicht bei positiver als auch negativer Entwicklung des Basiswertes dar. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass bereits eine zeitweise Unterschreitung der Teilschutzgrenze zu einer Verlustrealisierung führen kann. Ebenso sind Totalverluste denkbar. Dies ist ein wichtiger Nachteil dieser Zertifikate. Als weitere Kritikpunkte dieser Anlageform sind die mangelnde Transparenz sowie der Verzicht auf Dividendenauszahlungen innerhalb der Laufzeit zu nennen. Ebenso entstehen dem Anleger Kosten durch Ausgabeaufschläge.
Twin-Win Zertifikat vs. Kauf
Wie bereits ausführlich erläutert, bieten Twin-Win Zertifikate Anlegern die Möglichkeit, sowohl bei positiver als auch bei negativer Entwicklung des Index den Gewinn zu maximieren. Für das bessere Verständnis erfolgt nun ein Zahlenbeispiel. Hierbei werden die Anlageergebnisse des Zertifikats mit der Gewinnhöhe eines Kaufes verglichen.
Eckdaten des Index:
- Basiswert 100 Euro
- Laufzeit: 4 Jahre
- Teilschutzgrenze: 70%
- Hebel: 1,5
Bei einer positiven Entwicklung des Basiswertes in Höhe von 150 erhält der Anleger eines Zertifikats 175 Euro ausgezahlt, da der Gewinn von 50 Euro mit dem Hebel 1,5 multipliziert wird. Bei einem klassischen Kauf des Index bekommt der Anleger hingegen nur 150 Euro zuzüglich der Dividende. Bei einem Indexwert von 80, ohne der zeitweiligen Unterschreitung der Teilschutzgrenze, beträgt die Auszahlung beim Twin-Win Zertifikat 120 Euro. Bei einer klassischen Geldanlage werden jedoch nur 80 Euro und die Dividende erstattet. Sobald jedoch zwischenzeitlich die Teilschutzgrenze unterschritten wurde und anschließend keine positive Entwicklung des Basiswertes mehr zu verzeichnen war, erfolgt die Auszahlung nur in Höhe des Basiswertes, andernfalls gilt die zuvor genannte Regel. Bei einer Unterschreitung der Teilschutzgrenze am Laufzeitende ist die klassische Anlage jedoch immer die beste Alternative, da dort der Anleger neben dem Basiswert noch eine Dividende erhält.
Weitere Informationen
- Tracker-Zertifikate(vorheriger Artikel)