Total-Return-Fonds

Total-Return-Fonds als Form der Kapitalanlage

Total-Return-Fonds versprechen Anlegern eine hohe Rendite bei einem vergleichsweise geringen Risiko. Doch nicht immer halten die Fondsmanager, was sie versprechen. Wir verraten Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl eines geeigneten Anbieters achten sollten und welche Alternativen vorhanden sind.

Anzeige

Total-Return-Fonds

Total-Return-Fonds versprechen eine hohe Rendite bei einem geringeren Risiko aufgrund der Vielfalt der Investments. Dafür bedarf es jedoch einer optimalen Streuung der Risiken. Auf den ersten Blick wirkt ein Total-Return-Fonds wie ein konventioneller Renten- beziehungsweise Mischfond, da sich die Zusammensetzung der Investments ähnelt. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass keine grundsätzliche Zusammensetzung vorgeschrieben ist. Der Portfoliomanager investiert in Zinspapiere, Aktien sowie Zertifikate. Ein bestimmter Aktienmarkt wird jedoch nicht favorisiert. Der Fondsmanager in seinen Entscheidungen vor allem im direkten Vergleich zu den Produkten Aktien- und Rentenfonds kaum eingeschränkt ist. Bei der Wahl der Instrumente ist er sehr frei. Diese Entscheidungsfreiheit stellt sowohl ein große Chance als auch ein Risiko dar. Lediglich aus dem Fondprospekt kann der Anleger die Auswahl und die Einschränkungen des jeweiligen Fonds entnehmen. Eine Garantie für Zuwachs gibt es nicht, nur Vergangenheitswerte können als Grundlage für die Einhaltung von Versprechen zugrunde gelegt werden.

Aber nicht immer halten Total-Return-Fonds, was sie versprechen. Im Unterschied zu den Absolute-Return-Fonds sind keine absoluten Renditeziele festgelegt, somit steht der Kapitalerhalt im Vordergrund, ist aber nicht zwingend festgelegt. In vielen Fällen sind beide Fondarten kaum zu unterscheiden, teilweise verwenden Fondsmanager die Begriffe sogar synonym. Auch innerhalb der Anbieter weisen die Definitionen teilweise sehr große Unterschiede auf, gesetzliche Vorgaben sind nicht vorhanden.

Total-Return-Fonds - Kritikpunkte

Bei Total-Return-Fonds sollen mittels gering korrelierender Investitionen hohe Renditen erzielt werden. Unabhängig vom Marktgeschehen wird eine positive Entwicklung und hohe Rendite angestrebt. Dies soll durch eine Risikostreuung mittels der Investition in verschiedene Märkte möglich sein. Zwar sind häufig Zielrenditen und Verlustuntergrenzen vorgesehen, diese können aber nicht immer eingehalten werden.

Das Beobachten und Investieren in verschiedene Märkte ist sehr zeitaufwendig. Dadurch steigen im Vergleich zu klassischen den Geldmarktfonds die Verwaltungskosten, somit sinken die Renditen. Dies führt häufig dazu, dass gerade in schlechten Börsenzeiten Total-Return-Fonds vergleichsweise schlecht abschneiden, da ein großer Teil der Rendite von den Kosten aufgezehrt wird.

In der Vergangenheit haben nur wenige dieser Fonds eine Rendite über 6 Prozent ausgewiesen. Eine Vielzahl der Fondsmanager konnte nur einen Ertrag von rund 3 Prozent pro Jahr für die Anleger erwirtschaften. Andere Fonds wiesen sogar zweistellige Verluste auf. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Anbieter Oppenheim. Sein Fond OP Bond Global Opportunities T hat innerhalb von zwölf Monaten ein Minus von 35 Prozent erwirtschaftet.

Diese Zahlen beweisen, dass sich momentan nur wenige Total-Return-Fonds gegenüber von Geldmarktfonds beweisen können. Das Anlegerrisiko liegt vor allem in der Entscheidungsfreiheit des Fondsmanagers. In vielen Fällen kann es laut Aussagen einiger Experten sinnvoller sein, das Kapital in einfache Mischfonds zu investieren.

Total-Return-Fonds selbstgemacht

Viele Experten die Meinung, dass das Prinzip der Total-Return-Fonds sehr sinnvoll ist, bemängeln jedoch die Umsetzung in der Praxis. Wegen der Entscheidungsfreiheit der Fondsmanager sowie der hohen Verwaltungskosten aufgrund der Beobachtung verschiedener Märkte sind auch bei Total-Return-Fonds geringe Renditen beziehungsweise Verluste möglich. Der Anleger sollte deshalb genau überlegen, welchem Anbieter er sein Kapital anvertraut.

Die Stiftung Warentest hat im Jahr 2003 in seiner Ausgabe über Total-Return-Fonds Hinweise zur eigenen Gestaltung gegeben. Dabei wurden bei der Kapitalanlage zwei Seiten berücksichtigt. Dies waren Zinspapiere und Aktien. Der Anteil der Aktien am Gesamtkapital sollte dabei von der Laufzeit und Höhe der Zinspapiere sowie des maximal erwarteten Verlusts durch Aktien abhängig sein.

Zum besseren Verständnis erfolgt ein Zahlenbeispiel:

  • maximaler erwarteter Verlust durch Aktien: 30 Prozent
  • Anlagezeit: 5 Jahre
  • Zinsen für Zinspapiere: 3,64 Prozent

In diesem Beispiel wird der maximale Anteil von Aktien mit 39,5 Prozent berechnet. In einem Fall des Verlusts bis zu einer Höhe von 30 Prozent würden die Zinsen den Verlust ausgleichen. Bei einem 100-prozentigen Verlust hingegen darf der Aktienanteil maximal 16,4 Prozent betragen.

In Abhängigkeit der einzelnen Werte ist es jedem Anleger selbst möglich, einen „Fond“ zu erstellen und das Risiko zu streuen.

Weitere Informationen

Weitere Artikel