Teilzeit

Jobs in Teilzeit: Der neue Trend

Eine Beschäftigung in Teilzeit wird vor allem von Frauen aus familiären Gründen gewählt. Informationen zur Teilzeitarbeit, ihren Vor- und Nachteilen in der Übersicht.

Was ist eigentlich Teilzeit?

Teilzeitjobs liegen im Trend: Heute arbeitet bereits jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland in Teilzeit oder übt einen Nebenjob aus. Seit den 90er Jahren ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigungen dabei immer weiter angestiegen. Im Jahr 2008 haben so fast fünf Millionen Erwerbstätige in Deutschland eine Teilzeitbeschäftigung mit weniger als 21 Wochenstunden als Haupttätigkeit ausgeübt. Die Hälfte der Arbeitnehmer in Teilzeit befindet sich in einem regulären Beschäftigungsverhältnis ohne Befristung und ist nicht geringfügig angestellt.

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Der Begriff Teilzeit ist allgemein geläufig. Weit weniger bekannt ist allerdings die tatsächliche Durchführung einer Teilzeittätigkeit, weil eine Teilzeitstelle mit einer vergleichbar flexiblen Stundenanzahl gestaltet werden kann. Man spricht grundsätzlich von Teilzeit, wenn ein Arbeitnehmer weniger Stunden arbeitet als ein Vollzeitbeschäftigter. Die Stundenanzahl einer vergleichbaren Vollbeschäftigung richtet sich nach der allgemeinen Stundenanzahl, die im betreffenden Betrieb gearbeitet wird oder nach Tarifverträgen. Wichtig ist, dass ein Mitarbeiter in Teilzeit an allen Tagen der Woche beschäftigt ist, aber weniger Stunden arbeitet als ein Vollzeitbeschäftigter.

Ein Job in Teilzeit umfasst zwischen 15 oder 30 Wochenstunden. Bei einer wöchentlichen Stundenzahl von 30 Arbeitsstunden spricht man von vollzeitnaher Teilzeit.

Das Recht auf Teilzeit

Seit 2001 gibt es in Deutschland einen Rechtsanspruch auf eine Teilzeitstelle. Als Voraussetzung für diesen Rechtsanspruch gilt, dass der Betrieb mehr als 15 Mitarbeiter hat, der Teilzeitbeschäftigte mehr als sechs Monate beschäftigt ist und dem Unternehmen durch die Teilzeittätigkeit keine Nachteile entstehen. In größeren Unternehmen können Frauen und Männer also relativ problemlos eine Umstellung von Voll- auf Teilzeit beantragen. Der Teilzeitantrag sollte am besten schriftlich beim Arbeitgeber eingereicht werden. Es ist empfehlenswert, die geplante Teilzeitarbeit vorab mit den Kollegen zu besprechen und eine genaue Arbeitszeitaufstellung vorzunehmen.

Teilzeit ist ein beliebtes Beschäftigungsmodell in der Elternzeit. Besonders häufig entscheiden sich Mütter zugunsten familiärer Verpflichtungen für eine Teilzeitarbeit. Das Teilzeitmodell kann relativ flexibel gestaltet werden und ermöglicht wöchentliche Arbeitszeiten zwischen 15 und 30 Stunden. Bei einer Arbeitszeit von weniger als 15 Wochen handelt es sich hingegen um eine geringfügige Beschäftigung, die auch als Minijob oder 400,- Euro Job bekannt ist. Der Begriff Vollzeit steht für einen Beschäftigungsgrad von 100 Prozent, der aber vom jeweiligen Betrieb abhängig ist und zwischen 35 und 42 Wochenstunden liegt. Arbeitnehmer haben einen Rechtsanspruch auf Teilzeitbeschäftigung, aber nicht auf einen 400,- Euro Job.

Die Vor- und Nachteile von Teilzeit

Die meisten Beschäftigten in Teilzeit sind Frauen. Die Hälfte der teilzeitbeschäftigten Frauen entscheidet sich zugunsten familiärer Verpflichtungen wie der Kinderbetreuung für weniger Arbeit. In den alten Bundesländern bevorzugen jedoch weitaus mehr Mütter aus familiären Gründen eine Teilzeitstelle als in den neuen Bundesländern, wo die Vollzeitbeschäftigung von Frauen noch aus Zeiten der DDR etabliert ist. Immer mehr Teilzeitbeschäftigte üben auch unfreiwillig einen Job mit weniger Stunden aus, weil sie keine Vollzeitstelle finden. Für Arbeitgeber ist ein Arbeitnehmer in Teilzeit häufig produktiver als ein Vollzeitbeschäftigter.

Ein Job in Teilzeit ist häufig Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dies gilt besonders für Mütter, denen kein ganztägiger Kinderbetreuungsplatz zur Verfügung steht. Mit dem Teilzeitmodell kann zudem ein Stellenabbau verhindert werden – auch Altersteilzeit ist möglich. Eine Teilzeitstelle entspricht auch dem zunehmenden Wunsch nach einem entspannten, weniger karriereorientierten Lebensstil.

Zu den Nachteilen von Teilzeit zählt in erster Linie der geringere Verdienst. Wer weniger arbeitet, verdient auch weniger, zahlt weniger in die Rentenkasse und andere Sozialversicherungssysteme ein. Bis heute ist Teilzeit in Deutschland eher „Frauensache“ – nur acht Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen arbeiten in Teilzeit.

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