Steyler Bank

Ethisches Investment und alternative Geldanlage

Die „Steyler Missionare“ arbeiten weltweit – und betreiben in Deutschland eine Bank für ethisches Investment, die Steyler Bank. Gegründet wurde sie 1964, um die Arbeit der Missionare zu finanzieren. Der katholischen Orden selbst ist viel älter, Pater Arnold Janssen rief ihn 1875 ins Leben. Teil 6 unserer Serie „alternative Banken“: die Steyler Bank.

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Heute heißt der Orden „Gesellschaft des göttlichen Wortes“: Pater Arnold Janssen verband mit ihm die Idee, den christlichen Glauben weltweit zu verbreiten. In China begann der Orden seine Missionstätigkeit, im Moment arbeitet er in 62 Ländern. Seine Mitglieder sind in ganz unterschiedlichen Berufen tätig - als Sozialarbeiter, Lehrer, Krankenschwestern, Seelsorger, Handwerker, Medienfachleute, Landwirte und Ärzte. Alle legen ein Gelübde ab, das Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam umfasst.

Informationen und Anlagegrundsätze

Vor diesem Hintergrund schüttet die Steyler Bank keine Gewinne an Aktionäre aus. 2007 betrug der Gewinn der Bank 1,05 Millionen Euro, die in die Arbeit der Steyler Missionare geflossen sind. Hinzu kommen: 1,5 Millionen Euro, die Kunden der Steyler Bank als Zins- und Kapitalspenden gegeben haben – und 160.000 Euro aus Erträgen einer Stiftung. Mit diesem Geld werden Hilfsprojekte in der ganzen Welt unterstützt. Zum Beispiel entstehen Heime für Straßenkinder, Brunnen werden gebohrt oder Bildungsprojekte in der 3. Welt gefördert.

Die Bilanzsumme der Steyler Bank stieg 2007 um 10,9 Prozent auf 245,1 Millionen Euro, das verwaltete Kundenvolumen betrug 285 Millionen Euro – ein Anstieg um 15,5 Prozent. Den Schlüssel zu diesem Erfolg sieht ein Geschäftsführer der Steyler Bank, Norbert Wolf, im ethischen Investment: „Bei uns können sich die Kunden sicher sein, dass ihr Geld nach ethischen Kriterien angelegt wird“, so Wolf. „Die Ethik steht gleichberechtigt neben den klassischen Kriterien wie Liquidität, Rentabilität und Sicherheit.“ So verzichtet die Steyler Bank auf Spekulationsgeschäfte, sie beteiligt sich weder am Aktien- noch am Optionshandel.

Die Bankenkrise ist spurlos an ihr vorübergegangen: „Wir sind investiert vornehmlich in Pfandbriefen und Kommunalobligationen, in Bankschuldverschreibungen von Banken guter Bonität und mit einem kleinen Teil in Unternehmensanleihen“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Knieps. Die Auswahl der Unternehmensanleihen erfolgt nach ethischen Kriterien, wofür „oekom research“ verantwortlich ist - wie bei der „Bank für Orden und Mission“. Geprüft wird, ob die Unternehmen „dem Steyler Anspruch von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ entsprechen. Dieses ethische Spektrum decken 200 Kriterien ab, wobei etwa 100 auf das Umweltrating entfallen und die übrigen auf das Sozial- und Kulturrating.

Das sind alles Positivkriterien, die sehr unterschiedliche Leistungen eines Unternehmens bewerten: Umweltmanagement, Umweltverträglichkeit von Produkten und Dienstleistungen, ökologische Wirtschaftsweise. Aber auch: das Verhalten gegenüber Mitarbeitern, Zulieferern und dem Gemeinwesen. Die Steyler Bank investiert dann in Anleihen von Unternehmen, die bei diesen Kriterien in Ihrer Branche am besten abschneiden („best-in-class-Ansatz“).

Ausschlusskriterien der Steyler Bank

Außerdem gibt es eine Reihe von Ausschlusskriterien, die auf einer „roten Liste“ zusammengestellt sind: Wie bei anderen ethischen Banken ist Kinderarbeit tabu, genauso wie Atomenergie, grüne Gentechnik oder Embryonenforschung. Ein bestimmtes Ausschlusskriterium spiegelt aber den katholischen Hintergrund der Steyler Bank wider: „Abtreibung - Hersteller von Abtreibungspillen sowie Krankenhäuser, in denen Abtreibungen vorgenommen werden.“

Ein Beitrag von Ingo Leipner

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