Steuersparmodelle

Staatliche Beteiligung an privater Kapitalbildung

Für Sparer bietet der Staat verschiedene Möglichkeiten, Steuervergünstigungen zur Kapitalbildung zu nutzen. Wir zeigen auf, welche Steuersparmodelle für die Vermögensbildung sinnvoll sind und wie sich die staatlichen Vergünstigungen auf die Steuerlast auswirken.

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Was sind Steuersparmodelle?

Das Interesse privater Sparer an der Vermögensbildung ist groß, da nur durch Kapitalbildung die Zukunft gesichert oder größere Anschaffungen in absehbarer Zeit getätigt werden können. Genauso groß, wie das Interesse an der Vermögensbildung ist auch der Wunsch der Steuerzahler, ihre Steuerlast zu reduzieren. Beide Wünsche lassen sich vereinbaren, wenn staatliche Programme zur Vermögensbildung genutzt werden. Dazu zählen unter anderem

  • Vermögenswirksame Leistungen,
  • Staatlich geförderte Programme
  • Steuersparmodelle.

Staatlich geförderte Programme werden in der Regel aufgelegt, um gewisse wirtschaftliche Effekte zu erzielen und die Wirtschaft anzukurbeln. Sie sind meist an ein bestimmtes wirtschaftliches Handeln gebunden. Dazu zählen steuerliche Vergünstigungen von Immobilieneigentum oder Maßnahmen wie die Abwrackprämie zur Ankurbelung der Kraftfahrzeug-Industrie. Vermögenswirksame Leistungen sind staatlich geförderte Spar- und Vorsorgeprogramme, die sich speziell an Arbeitnehmer richten, deren Einkommen eine gewisse Grenze nicht überschreitet.

Steuerzahler mit einem hohen Einkommen und einer entsprechend hohen Steuerlast haben stattdessen die Möglichkeit, besondere Steuersparmodelle zur Vermögensbildung zu nutzen und auf diese Weise ihre hohe Steuerlast zumindest teilweise in Eigenkapital umzuwandeln. Derartige Vermögensbildungs-Modelle sind Immobilienfonds, Gewerbebeteiligungen, Schiffsbeteiligungen oder Beteiligungen an Unternehmen, die alternative Energien anbieten. Insgesamt handelt es sich um die Kapitalanlage in Branchen, die aufgrund wirtschafts- oder umweltpolitischer Programme eine staatliche Förderung erhalten. Weit darüber hinaus gehen die Steuerspar-Möglichkeiten in Modellen, die mit Verlustzuweisungen und hohen Abschreibungen verbunden sind.

Welche Anleger sollten Steuersparmodelle nutzen?

Steuersparmodelle sind aufgrund der meist hohen Investitionsbeträge nur für Anleger sinnvoll, die über ein entsprechend hohes Einkommen verfügen und eine hohe Steuerlast tragen. Insbesondere dann, wenn die Steuerersparnis der Sparmodelle auf Verlustzuweisungen und Abschreibungen basiert, ist eine Rendite nur bei einem entsprechend hohen Steuersatz gegeben. Ab einem Jahreseinkommen von 35 000 Euro für Alleinstehende oder 45 000 Euro für Ehepaare können derartige Investitionen sinnvoll sein. In der Regel erfordern diese Anlageformen eine längere Anlaufzeit, bevor es zu ersten Gewinnausschüttungen kommt, sodass eine wichtige Voraussetzung für eine solche Investition unter anderem darin besteht, dass Anleger für längere Zeit auf das eingesetzte Kapital verzichten können. Steuervorteile erwachsen in den ersten Jahren einer Investition aus der Verrechnung des eingesetzten Kapitals mit dem zu versteuernden Einkommen. Jedoch ist eine solche Verrechnung nicht mehr für Investitionen in allen Branchen möglich.

Anleger sollten sich daher im Vorfeld eingehend darüber informieren, inwieweit Steuersparmodelle tatsächlich zur Reduzierung der allgemeinen Einkommenssteuer eingesetzt werden können. Insbesondere im Bereich der Schiffsbeteiligungen, der Medienfonds und der Ökostromfonds wurde in den letzten Jahren die Verrechnung der Verlustzuweisungen deutlich eingeschränkt. Während eine Verrechnung zunächst mit anderen Einkunftsarten möglich war, können Verluste inzwischen nur noch mit Gewinnen aus vergleichbaren Fonds verrechnet werden. Es müssen also bereits mehrere Beteiligungsformen bestehen, um die Steuerlast zu reduzieren.

Finanzielle Auswirkungen der Steuersparmodelle

Die finanziellen Auswirkungen der Steuersparmodelle richten sich nach der Höhe des Einkommens und somit nach dem individuellen Steuersatz. Je höher die Steuerlast ist, umso deutlicher wirken sich die Ersparnisse aus. Darüber hinaus nehmen auch die ausgewählten Sparmodelle und das allgemeine Anlegerverhalten Einfluss auf die Höhe der ersparten Steuern. Da Verluste und Abschreibungen aus verschiedenen Anlageformen inzwischen nicht mehr mit der allgemeinen Einkommenssteuer verrechnet werden können, sind Steuerersparnisse zum Beispiel durch die Investition in Schiffs- oder Medienfonds, aber auch in alternative Energien nur noch möglich, wenn gleichzeitig aus vergleichbaren Investitionen bereits Gewinne erwirtschaftet werden. Ist das nicht der Fall, dann wirken sich derartige Sparmodelle nicht mehr steuermindernd aus.

Da Steuersparmodelle nicht ausschließlich auf Vermögensbildungs-Programme beschränkt sind, sondern weit darüber hinaus gehen, sind auch die steuerlichen Auswirkungen sehr unterschiedlich. Vermögensübertragungen zu Lebzeiten können die Verpflichtung zur Zahlung von Erbschaftssteuern ausschließen und unter gewissen Umständen auch die Schenkungssteuer deutlich reduzieren. Hier richten sich die steuerlichen Auswirkungen weniger nach dem Einkommen, als nach dem Wert des Vermögens. Sonderabschreibungen für Immobilien, die unter Denkmalschutz stehen, führen zu Steuerersparnissen, deren Höhe sich nach dem Wert und der Nutzung der Immobilie richtet und Aufwendungen für die Altersvorsorge wirken sich in ihrer individuellen Höhe steuermindernd aus.

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