Steuerklassen 4/4 oder 3/5?

Welche Steuerklasse für Ehepaare besser ist

Ehepaare können sich entscheiden, in welchen Steuerklassen sie das Einkommen versteuern lassen. Für Verheiratete gibt es die Kombination aus den Lohnsteuerklassen 4/4 oder 3/5. Im Kern geht es um die Frage, welche Variante für Ehepaare am besten ist. Eine allgemeingültige Antwort gibt es jedoch nicht.

Steuerklasse 3 und 5 oder 4 und 4?

Grundsätzlich gilt für Ehepaare, bei denen beide Partner in etwa gleich viel verdienen, dass die Steuerklassen 4/4 sinnvoll sind. Erst bei Verdienstunterschieden von 30 Prozent und mehr sollte man die Steuerklassenkombination 3/5 wählen. Der Ehepartner mit dem geringeren Einkommen erhält regelmäßig die Steuerklasse 5.

Der elementare Unterschied zwischen der Steuerklasse 3 und 5 besteht in der Berücksichtigung des steuerfreien Existenzminimums. In der Lohnsteuerklasse 5 wird das Gehalt bereits ab dem ersten versteuert. So ist die Steuer- und Abgabenlast bei der Klasse 5 extrem hoch.

Bei der Wahl der Steuerklasse für Verheiratete geht es darum, während des Jahres möglichst wenig Lohnsteuer zu zahlen. Je nach Kombination aus den Steuerklassen 3 und 5 oder 4 und 4 ergibt sich für ein Ehepaar eine optimale Steuerlast. Allerdings ist zu beachten, dass die Feststellung der tatsächlich zu zahlenden Steuern im Rahmen der Einkommensteuererklärung am Jahresende erfolgt.

Mit der Steuerklassenwahl können Ehepaare darauf Einfluss nehmen, ob sie im Rahmen der gemeinsamen Steuererklärung eine Steuererstattung erhalten oder eine Steuernachzahlung notwendig ist. Bei der Steuerklassenkombination 3/5 besteht die Pflicht zur Einkommensteuerveranlagung, wobei zu wenig oder zu viel gezahlte Steuern ausgeglichen werden. Bei der Steuerklassenkombination 4/4 können Sie zur Erstattung zuviel gezahlter Steuern die Veranlagung zur Einkommensteuer beantragen.

Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer ist jedoch folgendes zu beachten: Das Finanzamt kann Einkommensteuer-Vorauszahlungen verlangen, wenn deutlich wird, dass Nachzahlungen zu leisten sind. Damit erfolgt eine Korrektur von zu geringen Lohnsteuern bereits unterjährig. Bei Wahl der Steuerklassen 4/4 wird eine Nachzahlung in der Regel vermieden.

Hinweise zur Steuerklasse 3, 4, 5 und Steuerschuld

Bei der Wahl der Steuerklasse sollte man beachten, dass Lohnersatzleistungen von der Wahl der Steuerklasse beeinflusst werden. Zu den Lohnersatzleistungen zählen Arbeitslosengeld,  Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Verletztengeld, Übergangsgeld und Mutterschaftsgeld sowie Leistungen aufgrund der Altersteilzeit. Wer also aufgrund der Steuerklasse 5 ein geringeres Nettoeinkommen aufweist, erhält im Leistungsfall geringere Ersatzleistungen.

Weiterhin gilt: Die über die monatlichen Gehaltsabrechnungen einbehaltene Lohnsteuer sagt nichts über die tatsächliche Steuerlast aus. Diese wird im Rahmen der gemeinsamen Steuererklärung ermittelt. Die Jahressteuer wird auch nicht durch die Steuerklassenwahl beeinflusst.

Für den Bezug von Lohnersatzleistungen erkennt die Agentur für Arbeit einen Steuerklassenwechsel vor Jahresbeginn an. Wird die Steuerklassenkombination jedoch im Laufe eines Kalenderjahres gewechselt, kann dies unter Umständen negative Auswirkungen auf die Höhe von Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld) haben.

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