Standardrente

Thema Standardrente: Gut leben im Alter?

Die Standardrente ist eine ideale Altersrente, deren Niveau in der Praxis aber selten erreicht wird. Wissenswertes zur Eckrente und zur allgemeinen Altersvorsorgeentwicklung.

Standardrente: Die Eckrente

In Zusammenhang mit der gesetzlichen Rentenversicherung fällt oft ein bekannter, aber missverstandener Begriff – die Standardrente. Diese fiktive Altersrente ist auch als Eckrente bekannt. Oft spricht man auch von Eck- oder Standardrentnern. Die Standardrente ist eine fiktive monatliche Rentenhöhe, die ein Arbeitnehmer erhalten würde, der 45 Jahre lang ein Durchschnittsgehalt bezogen und in die Rentenversicherung eingezahlt hat. Etwaige Unterbrechungen des Versicherungsverlaufs und unterschiedlich hohe Löhne werden dabei nicht berücksichtigt. Das Modell des Standardrentners trifft in der Praxis also nur auf einen kleineren Teil der Arbeitnehmer zu.

Die Standard- oder Eckrente findet bei der Ermittlung des Rentenniveaus Berücksichtigung. Dieses Standardrentenniveau kennzeichnet das Verhältnis zwischen dem Durchschnittseinkommen und Eckrente der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Eckrente bezieht sich auf einen idealen Versicherungsverlauf in der Rentenversicherung und ist weitaus höher als die tatsächliche Durchschnittsrente von Frauen und Männern in Deutschland. Die Begriffe sollten daher nicht gleich gesetzt werden.

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Durchschnittsrente und Standardrente

Der Unterschied zwischen der Durchschnittsrente und Standardrente verdeutlicht sich am besten anhand der tatsächlichen Rentenhöhen. So liegt die fiktive Standardrente im Westen für das Jahr 2009 bei 1.224,- Euro und in den neuen Bundesländern bei 1.086,- Euro. Die Standardrente ist für Frauen und Männer identisch. Die tatsächliche Durchschnittsrente als Mittelwert aller Rentenbezüge in den alten Bundesländern betrug 2008 für Männer im Westen rund 950,- Euro und für Frauen lediglich 485,- Euro monatlich. In den neuen Bundesländern bezogen Frauen 2008 eine um fast 200,-Euro monatlich höhere Rente als Frauen im Westen.

Besonders stark weicht die Rente von Frauen von der Standardrente ab. Speziell in den alten Bundesländern haben Frauen ihre Berufstätigkeit aus Gründen der Kindererziehung oft viele Jahre unterbrochen und erhalten daher eine niedrige Altersrente. In der ehemaligen DDR waren die meisten Frauen hingegen voll berufstätig und erhalten daher auch eine höhere Rente.

Standardrente: Sinkendes Rentenniveau

Viele Jahrzehnte galt die Rente als sicher. Da die Renten aktuell aber nicht in dem Maße steigen wie die Durchschnittslöhne, sinkt das Rentenniveau. Bei der Ermittlung des Rentenniveaus setzt man das Durchschnittseinkommen immer mit der Durchschnittsrente ins Verhältnis. Bei der Ermittlung der Standardrente wird noch zwischen brutto und netto unterschieden – allgemein sinkt das Rentenniveau jedoch drastisch. Aktuell liegt das Rentenniveau bei rund 50,8 Prozent und wird 2025 nur noch 45,2 Prozent betragen. Das bedeutet: Die Einkommenslücke zwischen Arbeitnehmern und Rentenbeziehern wird größer.

Aufgrund dieser Kennzahlen und allgemein steigenden Lebenshaltungskosten wird die private Altersvorsorge immer wichtiger. Leider fehlen bis heute jedoch attraktive private Altersvorsorgekonzepte, die sich auch tatsächlich für jedermann lohnen. Die Lebensversicherung als Klassiker hat mit schwachen Kapitalerträgen zu kämpfen und kann steuerlich nicht mehr geltend gemacht werden. Bei Riester sind die Zulagen gering und werden teilweise sogar von den Gebühren aufgefressen.

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