Sozialversicherungsbeiträge

Sozialversicherungsbeiträge: So erfolgt die Berechnung

Jeder Arbeitnehmer muss Sozialversicherungsbeiträge für seine Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung zahlen. Wie hoch sind die Beiträge für die Sozialversicherung genau?

Die Versicherungsbeiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer steigen im Jahr 2017 auf neue Rekordwerte. Neben der Anhebung der Beitragsbemessungsgrundlagen wird auch der Beitragssatz für die Pflegeversicherung angehoben.

Damit müssen Besserverdiener, deren Gehalt oberhalb der Bemessungsgrenzen liegt, erneut mehr in die Sozialkassen zahlen.

Thema Sozialversicherungsbeiträge: Definition

Als Sozialversicherungsbeiträge werden alle für Arbeitnehmer anfallenden Beiträge zur Sozialversicherung bezeichnet. Konkret zahlen Arbeitnehmer Beiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Rentenversicherung.

Das deutsche Sozialsystem garantiert als staatliches System eine Absicherung der wichtigsten Risiken im Leben. Dieses Sozialsystem finanziert sich aus Beiträgen seiner versicherungspflichtigen Mitglieder. Ein Großteil der Arbeitnehmer in Deutschland ist bei einer gesetzlichen Kranken- und Pflegekasse pflichtversichert. Eine Pflichtversicherung besteht für Arbeitnehmer zudem in der Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Auch Selbstständige können als freiwillig versichertes Mitglied bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sein sowie Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung einzahlen. Grundsätzlich besteht für die meisten Arbeitnehmer eine Pflichtversicherung in der deutschen Sozialversicherung – nur höher verdienende Angestellte können sich optional privat krankenversichern.

Die Sozialversicherungsbeiträge umfassen den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung. Die Beiträge zur Sozialversicherung werden grundsätzlich am Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers berechnet und jeweils zur Hälfte vom Arbeitnehmer selbst getragen – die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber. Für die Arbeitslosen- und Rentenversicherung teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge von jeweils 9,95 und 1,5 Prozent. Der Beitrag zur Krankenversicherung beträgt 7,3 Prozent für Arbeitgeber und 8,2 Prozent für Arbeitnehmer.

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Sozialversicherungsbeiträge 2017: Kranken- und Pflegeversicherung

Die Sozialversicherungsbeiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung liegen bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Die Pflegekassen sind der gesetzlichen Krankenversicherung angegliedert. In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind alle Arbeitnehmer bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 4.350,00 Euro pflichtversichert. Bei Arbeitnehmern mit höherem Einkommen wird der Krankenversicherungsbeitrag nur anteilig bis zur Beitragsbemessungsgrenze berechnet. Optional können sich Besserverdiener auch bei einer privaten Krankenkasse versichern. Selbstständige zahlen als freiwillig versichertes Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ebenfalls einen einkommensabhängigen Beitrag. Die Sozialversicherungsbeiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung wurden in den letzten Jahren mehrfach angepasst.

In Deutschland gilt ein einheitlicher Krankenversicherungsbeitrag für alle gesetzlichen Krankenkassen. Um Mehrkosten abzudecken, können die gesetzlichen Krankenversicherungen aber Zusatzbeträge erheben.

Neben rund 28 Millionen Pflichtmitgliedern, freiwillig Versicherten und Rentnern sind etwa 20 Millionen Familienversicherte wie Hausfrauen und Kinder kostenlos bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Alle Pflicht- und freiwillig Versicherten können Ihre Krankenkasse beliebig wechseln. Zu den gesetzlichen Krankenkassen zählen unter anderem die Allgemeinen Ortskrankenkassen, Betriebskrankenkassen und Innungskrankenkassen. Alle Krankenkassen richten sich nach einen einheitlichen Leistungskatalog, der über das Sozialgesetzbuch definiert wird - die Leistungsangebote der Kassen unterscheiden sich also nur minimal.

Sozialversicherungsbeiträge 2015: Arbeitslosen- und Rentenversicherung

Die Sozialversicherungsbeiträge für die Arbeitslosenversicherung liegen bei drei Prozent des Bruttoeinkommens. Auch in der Arbeitslosenversicherung gibt es eine Pflichtversicherung für Arbeitnehmer. Selbstständige können sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit weiter versichern. Wer Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlt, hat im Falle einer Arbeitslosigkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld I und begleitende Leistungen der Arbeitsagentur wie berufliche Fortbildungsmaßnahmen.

Die anteilig höchsten Sozialversicherungsbeiträge zahlen pflichtversicherte Arbeitnehmer in Deutschland an die gesetzliche Rentenversicherung. Der Beitragssatz liegt bei 18,9 Prozent in der Rentenversicherung und bei 26,4 Prozent in der Knappschaft. Auch in der Rentenversicherung gibt es eine Beitragsmessungsgrenze – Besserverdiener zahlen je nach Bundesland also nur anteilige Rentenversicherungsbeiträge bis zu einer Grenze von 62.400 bis 72.600 Euro Jahreseinkommen. Arbeitnehmer und freiwillig Versicherte, die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen, haben im Rentenalter Anspruch auf eine monatliche Leibrente, deren Höhe sich an ihrem früheren Einkommen orientiert. In der Renteninformation wird jedoch darauf hingewiesen, zusätzlich privat fürs Alter vorzusorgen. In der Knappschaft gelten höheren BBG-Grenzen von 76.200 Euro in den neuen Bundesländern und 89.400 Euro in den alten Bundesländern.

Alle Beiträge zur Sozialversicherung werden direkt vom Arbeitgeber an die zuständigen Sozialkassen abgeführt. Freiwillig Versicherte müssen Ihre Beiträge hingegen selbstständig einzahlen.

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