Sozialabgaben

Vor- und Nachteile der Sozialabgaben

Durch ein weitreichendes soziales Netz sind alle Menschen in Deutschland sozial abgesichert. Um diese Maßnahmen jedoch zu finanzieren, werden sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer hohe Sozialabgaben erhoben. Wir haben für Sie die wichtigsten Fakten zu diesem Thema zusammengetragen.

Grundlagen zu den Sozialabgaben

Mit der Einführung der Sozialversicherungen und Sozialabgaben unter Bismarck wurde ein wesentlicher Schritt für die Absicherung der Arbeitnehmer getan. Seit nun mehr als über 100 Jahren besteht in Deutschland in allen wichtigen Bereichen eine Sozialversicherungspflicht. Grundsätzlich ist mittlerweile jeder Arbeitnehmer vor den Risiken Krankheit, Erwerbsunfähigkeit sowie Arbeitslosigkeit geschützt. Zudem besteht durch die Sozialabgaben auch eine Absicherung für die Erhaltung des Lebensstandards im Alter.

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Im Fall des Leistungseintritts erhält der Versicherte eine Rente beziehungsweise seinen Verdienstfall aber auch eventuell entstanden Kosten erstattet. Je nach Risiko sind hierfür verschiedene Sozialversicherungsträger zuständig. Dies sind folgende Versicherungen:

Die Leistungen der Rentenversicherung dienen dem Erhalt des Lebensstandards. Dieser Versicherungsträger leistet Zahlungen bei Renteneintritt, sichert aber auch den Lebensstandard der Hinterbliebenen oder des Versicherten im Fall der Erwerbsunfähigkeit ab. Zudem erstattet die Versicherung auch Leistungen, die der Verbesserung der Arbeitsfähigkeit dienen. In diesem Zusammenhang ist auch die Unfallversicherung zu erwähnen, deren Leistungspflicht bei einem arbeitsbedingten Leistungsausfall beginnt.

Neben der Rentenversicherung ist die Krankenversicherung von wesentlicher Bedeutung. Diese übernimmt die Kosten für eine Behandlung, erstattet aber auch den Verdienstausfall. Ihr untersteht auch die Pflegeversicherung, die im Fall des Pflegebedarfs eintritt.
Die letzte wesentliche Versicherung ist die Arbeitslosenversicherung, aus deren Mittel das Arbeitslosengeld bezahlt wird.

Erhebung der Sozialabgaben

Durch das deutsche Sozialversicherungssystem sind alle Deutschen grundsätzlich in einem Mindestmaß abgesichert. Durch den Versicherungsschutz haben sie beziehungsweise ihre Angehörige einen Leistungsanspruch. Allerdings sind diese Leistungsansprüche mit hohen Ausgaben verbunden und müssen durch die Sozialabgaben finanziert werden. Aus diesem Grund haben sowohl Arbeitergeber als auch Arbeitnehmer Beiträge an die Sozialkassen abzuführen. Die einzigen Ausnahmen sind bei geringfügigen Beschäftigungen, zum Teil auch im Niedriglohnbereich zu finden. In der weiteren Betrachtung finden diese speziellen Arbeitsmärkte jedoch keine besondere Berücksichtigung.

Wie bereits erwähnt, sieht der Gesetzgeber bei den Sozialversicherungen eine Kostenteilung vor. So haben zum Beispiel Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer bei der Rentenversicherung und bei der Arbeitslosenversicherung jeweils den hälftigen Beitrag zu zahlen. Anders verhält es sich hingegen bei der Kranken- und Pflegeversicherung, bei der zwar eine Kostenteilung vorliegt, die Höhen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern sich jedoch unterscheiden. Besondere Beachtung gilt hierbei den Zusatzbeiträgen in der Krankenversicherung sowie Zuschlägen bei der Pflegeversicherung.

Neben diesen vier bekannten Sozialversicherungen gibt es noch die gesetzliche Unfallversicherung, die im Bereich der Sozialabgaben gerade bei Arbeitnehmern wenig Beachtung findet. Der Grund hierfür liegt in der Erhebung. Da diese Versicherung zu 100 Prozent vom Arbeitgeber zu tragen ist, wird sie nicht auf der Verdienstbescheinigung ausgewiesen und deshalb zum Teil wenig beachtet.

Kritik an den Sozialabgaben

Das deutsche Sozialsystem gilt als eines der umfangreichsten Systeme der Welt. Die soziale Absicherung ist enorm, führt jedoch auch zu sehr hohen Sozialabgaben. Laut einer Statistik betragen in Deutschland die Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber etwa 32 Prozent. Mit diesem Wert liegt die Bundesrepublik noch unter dem Durchschnittswert der EU. Allerdings ist in diesem Zusammenhang zu beachten, dass auch der Arbeitnehmer hohe Abgaben zur Sozialversicherung abzuführen hat und daraus wiederum ein höherer Bruttolohn resultiert. Je nach Verdienstgrößen ist festzustellen, dass die Gesamtlast des Arbeitgebers etwa dem doppelten des Nettogehalts entspricht.

Diese Tatsache führte unter der Berücksichtigung der Verschärfung des Wettbewerbs gerade im Handwerk dazu, dass mehr und mehr Einzelunternehmen ohne Arbeitnehmer gegründet wurden. Teilweise haben Unternehmen aufgrund des Preisdrucks Mitarbeiter entlassen und Subunternehmen beschäftigt. Diese wiederum haben sich als Unternehmer zumeist gegen die gesetzlichen Sozialversicherungen entschieden, da sie eine private Kranken- aber auch Rentenversicherung zu besseren Konditionen abschließen konnten. Ein Grund hierfür liegt sicherlich auch in den teilweisen sehr hohen Beitragsbemessungsgrenzen, die der Beitragsberechnung für Selbstständige zugrunde liegen. Gerade in den ersten Jahren sind diese Beiträge für viele Existenzgründer nicht zu finanzieren. Folglich sinkt durch Existenzgründer die Anzahl der Beitragszahler weiter, theoretisch wäre aufgrund dieser Tatsache eine erneute Erhöhung notwendig.

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