Solarförderung

Förderung für Solaranlagen 2012

Die Energiewende in Deutschland sorgt für einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Über die Solarförderung wird die Inbetriebnahme von Photovoltaikanlagen vom Staat unterstützt. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist geregt, wie hoch die Einspeisevergütung ausfällt.

Überblick zur Solarförderung

In Deutschland ist die Förderung von Ökostrom gesetzlich geregelt. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten Produzenten von Solarstrom vom Netzbetreiber garantierte Abnahmepreise. Die Solarförderung ist erforderlich, weil die Marktpreise für produzierten Strom unterhalb der Kosten für eine produzierte Kilowattstunde Ökostrom liegen. Da die Bundesregierung dem Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix von derzeit rund 20 Prozent weiter ausbauen will, fließen allein rund 8 Milliarden Euro pro Jahr in die Förderung des Solaranlagenbaus. 

Überblick zur Solarförderung 2012:

  • 24,43 Cent je kWh für Dachanlagen,
  • 17,94 Cent je kWh für Solarparks.

Damit hat sich die Förderung von Solarstrom innerhalb weniger Jahre beinahe halbiert. Im Jahr 2008 wurden Neuanlagen noch mit 47,75 Cent je Kilowattstunde für Dachanlagen und mit 35,49 Cent für Solarparks unterstützt. Die Solarstromförderung wird jährlich angepasst. Laut EEG werden die Fördersätze entsprechend der Anzahl der neu in Betrieb genommenen Anlagen verringert. Kommt es - wie 2011 geschehen - zu einer hohen Zahl von Neuinstallationen von Photovoltaikanlagen, erfolgt eine stärkere Kürzung der Förderbeträge. Zum Jahreswechsel 2012 wurde die Solarförderung daher um 15 Prozent reduziert. 

Die aktuellen Vergütungssätze für ins Netz eingespeisten Solarstrom gelten jedoch lediglich für Solaranlagen, die ab 1. Januar 2012 ans Netz gehen. Bestehende Anlage sind von der Kürzung nicht betroffen. Die bei Inbetriebnahme einer Anlage geltende Vergütung ist für einen Zeitraum von 20 Jahren garantiert.

Diskussionen um Kürzung der Solarförderung

Die hohe staatliche Förderung hat in den letzten Jahren zu einem wahren Solarboom in Deutschland geführt. Allein im Jahr 2011 wurden Anlagen mit einer Leistung von 7.500 Megawatt neu gebaut. Das Ziel der Bundesregierung von 3.000 Megawatt pro Jahr wurde allein im Dezember erreicht. Daher sind Debatten aufgekommen, die Solarförderung zu kürzen. Die geringeren Kosten beim Solarstrom müssten zu einer geringeren Einspeisevergütung führen, mahnen Kritiker der Solarstromsubventionen an.

Aus diesem Grund hat Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) angekündigt, dass die Fördersätze künftig monatlich überprüft werden sollen. Bislang wurde die Förderung im Halbjahresrhythmus überprüft. Dadurch kam es in der Vergangenheit vor dem Stichtag zu regelrechten Schlussverkäufen. 

Bevor die monatliche Überprüfung der Solarförderung erfolgen kann, muss jedoch das EEG neu geregelt werden. Wie die genaue Gesetzesregelung aussehen ist, ist noch unklar. Ebenso machte der Minister keine genauen Angaben zum Zeitpunkt der Änderung. Allerdings hat sich Röttgen gegen die Pläne von Wirtschaftsminister Rössler (FDP) gestellt, der einen Umbau der EEG-Umlage in ein Quotenmodell vorgeschlagen hat. Röttgen will jedoch an dem bestehenden Modell festhalten, lediglich die Intervalle der Kürzungen sollen monatlich erfolgen.

Künftig könnte die Subventionskürzung bei maximal 24 Prozent im Jahr liegen. Die Solarförderung wird gekürzt, wenn vorab festgelegte Zielgrößen bei der Neuinstallation von Solaranlagen überschritten werden.

Ist die Solarstromförderung sinnvoll?

Über die EEG-Umlage zahlen die Verbraucher in Deutschland rund 8 Milliarden Euro für Solarstrom. Der Anteil der Solarenergie beträgt jedoch lediglich drei Prozent. Derzeit liegt die Umlage für Ökostrom bei 3,59 Cent je Kilowattstunde. Schon 2013 rechnen die Netzbetreiber mit einem Anstieg auf 3,6 bis 4,7 Cent je Kilowattstunde. Während Unternehmen von der Ökostrom-Abgabe unter gewissen Umständen befreit werden können, kommen Privathaushalte um die Abgabe nicht herum. Bereits jetzt zahlen Haushalte je nach Verbrauch zwischen 120 bis 150 Euro im Jahr  für die EEG-Umlage. Durch den weiteren Ausbau des Ökostroms dürften weitere Mehrkosten entstehen.

Umweltminister Röttgen will den Ausbau der Solarenergie nun gezielter steuern, um temporäre Schlussverkaufseffekte zu vermeiden. Er rechnet damit, dass bereits 2017 erste Solaranlagen ohne staatliche Förderung wirtschaftlich arbeiten könnten. Trotzdem: Investoren sollten sich auf stabile Rahmenbedingungen verlassen können, so Röttgen. Zudem handele es sich bei der Solarbranche um eine wichtige Exporttechnologie.

Wirtschaftsminister Rössler spricht sich gegen den weiteren Ausbau von Solaranlagen aus. Er hält die Solarförderung für unwirtschaftlich und lässt Zahlen sprechen: Mit 50 Prozent der Förderkosten für Ökostrom erzeuge die Solarbranche gerade einmal drei Prozent des Stroms. Er befürwortet ein Quotenmodell für erneuerbare Energien. Danach könnten die Energieversorger selbst entscheiden, aus welchen regenerativen Energiequellen der Ökostrom bezogen werden soll. 

Die Kritik entfacht sich vor allem an der für 20 Jahre garantierten Vergütung für Solaranlagenbetreiber. So müssen die hohen Fördersätze aus dem Jahr 2008 noch lange weitergezahlt werden. Dass der Ausbau des Sonnenstroms weiter voranschreiten wird, ist trotz der Subventionskürzung gewiss. Allein der massive Preisverfall der Solarmodule sorgt dafür, dass die Rendite einer Anlage auf dem Hausdach ein sicheres Geschäft darstellt. 

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