Schuldenfalle

Schuldenfalle - Wege und Auswege

Verbrauchern stehen immer mehr Möglichkeiten zur Finanzierung offen und die Gefahr der Überschuldung wächst. Wir informieren Sie über Wege, die Schuldenfalle zu vermeiden.

Die Schuldenfalle

Bereits seit mehreren Jahrhunderten besteht für Verbraucher die Möglichkeit, mittels eines Kredites zusätzlich liquide Mittel zu erhalten. Lange Zeit war jedoch ein Bankkredit an sehr hohe Auflagen gebunden und wurde nur für größere Investitionen wie beispielsweise den Erwerb einer Immobilie zur Verfügung gestellt.

In den letzten Jahrzehnten haben jedoch viele Hersteller und Händler nach Optionen gesucht, um ihren Absatz zu erhöhen. Eine Folge dieser Entwicklung waren verschiedene Varianten der Händlerfinanzierung wie zum Beispiel der Ratenkauf oder die Zahlpause. Aufgrund der zumeist kleinen Beträge waren und sind diese Finanzierungsformen kaum an Auflagen gebunden, sodass fast jedem Verbraucher ohne negativem Schufa-Eintrag ein solcher Kreditrahmen gewährt wird. Dieser ist jedoch oftmals der erste Schritt in die Schuldenfalle, da eine Vielzahl von kleinen Verpflichtungen dazu führen kann, dass der Verbraucher seinen Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen kann. Nicht selten muss er deshalb neue Verpflichtungen aufnehmen, um seine Raten zu tilgen: Es entsteht die Schuldenfalle.

Die Schuldenfalle vermeiden

In der Regel geht der Schuldenfalle stets eine Aufnahme von Krediten voraus. Aus diesem Grund vertreten einige Fachleute die Meinung, dass ein Kredit grundsätzlich nicht aufgenommen werden sollte. Diese Ansicht ist selbstverständlich nicht gänzlich falsch, es gilt jedoch zu beachten, dass ein Kredit nicht immer zur Überschuldung führen muss. Gerade beim Erwerb einer Immobilie aber auch beim Kauf eines Fahrzeuges kann eine Finanzierung eine gute Wahl sein. Ein Grund hierfür stellt nämlich die Tatsache dar, dass diese Investitionen im Gegensatz zu manch anderen Konsumgütern wie beispielsweise Möbeln und Geräten aus dem Bereich Unterhaltungselektronik einen gewissen Wiederverkaufswert haben und andere Kosten wie beispielsweise die Kosten für die Miete oder den öffentlichen Personennahverkehr kompensieren können.
Dadurch ist es trotz einer Kreditaufnahme möglich, dass sich die tatsächliche monatliche Belastung nicht extrem erhöht und so der Eintritt der Schuldenfalle vermieden wird.

Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden, durch Versicherungen und Ähnliches auch eine Vorsorge für den Fall der Arbeitslosigkeit oder der Arbeitsunfähigkeit zu treffen.

Auswege aus der Schuldenfalle

Durch verschiedenste Möglichkeiten können Verbraucher eine Überschuldung vermeiden. In der Praxis erkennen viel Verbraucher jedoch erst sehr spät, dass sie in die Schuldenfalle geraten sind. In einem solchen Fall ist es zwingend notwendig, Klarheit zu schaffen und Auswege zu suchen. Im ersten Schritt ist es hierfür sinnvoll, die Summe der offenen Verbindlichkeiten zu ermitteln. In diesem Zusammenhang sind unter anderem folgenden Positionen zu berücksichtigen.

  • Verbindlichkeiten aus Raten-, Arbeitgeber- oder Privatkrediten,
  • Verbindlichkeiten von Kunden- und Kreditkarten,
  • Verbindlichkeiten aus dem Dispokredit.

Auf der Grundlage dieser ermittelten Schulden kann nun die daraus resultierende monatliche Belastung errechnet werden. Anschließend ist zu überprüfen ob diese, nach Begleichung der festen monatlichen Kosten wie der Miete bezahlt werden können.

Nicht selten muss dabei der Verbraucher feststellen, dass er seinen Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen kann. In diesem Fall sollte er eine Schuldnerberatung aufsuchen. Dort kann er dann mit dem Berater die Auswege aus der Schuldenfalle wie beispielsweise die Stundung oder Privatinsolvenz klären.

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