Rürup-Rente Zertifikat

Ab 2010 Siegel bei Basis-Rente Pflicht

Neue Zeitrechnung bei der Rürup-Rente (oder Basis-Rente) ab 2010: Dann muss für jeden Vertrag ein Zertifikat erteilt werden. Mit dem Siegel wird bescheinigt, dass das Produkt die Voraussetzungen für die staatliche Förderung erfüllt. Dies sagt jedoch noch nichts über die Qualität eines Produkts aus.

Die Einzahlungen in den Rürup-Vertrag sind ab 2010 nur noch dann steuermindernd anzusetzen, wenn ein Zertifikat vorliegt. Dies wird zu Beginn des Jahres von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erteilt. Ab Juli 2010 ist für die Vergabe des Siegels das Bundeszentralamt für Steuern zuständig.

Welche Kriterien müssen für die Zertifizierung erfüllt sein?

Das Zertifikat für die Rürup-Rente soll vor Missbrauch schützen. Der Sparer soll sich darauf verlassen können, dass der abgeschlossene Vertrag die staatlichen Kriterien erfüllt und förderfähig ist. Eine Aussage über Rendite und Kosten wird durch das neue Siegel jedoch nicht getroffen. Rürup-Produkte dürfen ausschließlich von Versicherer, Banken oder Fondsgesellschaften vertrieben werden, die ihren Sitz in der EU bzw. eine Niederlassung in Deutschland haben.

Folgende Bedingungen muss ein Rürup-Vertrag für das Zertifikat erfüllen:

  • Es sind ausschließlich Rentenzahlungen möglich, d.h. Kapitalentnahmen sind ausgeschlossen.
  • Die Rente kann frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres bezogen werden.
  • Der Vertrag kann weder vererbt noch auf eine andere Person übertragen werden.
  • Die Vereinbarung einer Rentengarantiezeit ist nicht erlaubt.
  • Das Kapital darf nicht auf den Vertrag des Ehegatten übertragen werden.
  • Der Vertrag darf nicht verkauft oder beliehen werden.
  • Die Rente darf nicht dauerhaft niedriger sein als zu Rentenbeginn, d.h. auch bei sinkenden Überschüssen darf die Rente nicht abgesenkt werden.

Was ist, wenn das Zertifikat nicht erteilt wird?

Jeder einzelner Rürup-Vertrag wird überprüft. Sollte sich herausstellen, dass die Anforderungen des Gesetzgebers nicht erfüllt werden, wird der Vertrag vom Finanzamt als nicht förderfähig angesehen. In diesem Fall können die Beiträge nicht als Sonderausgaben abgesetzt werden.

Das Zertifikat gibt Anlegern also die Gewissheit, dass die steuerliche Anrechenbarkeit der Beiträge gegeben ist. Denn neben der Altersvorsorge spielt das Argument des Steuersparens eine zentrale Rolle, das die Rendite deutlich erhöht.

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Was ist die Rürup-Rente?

Die staatlich geförderte Rürup-Rente existiert seit 2005. Sie ist nach dem Erfinder der neuen Welt bei der Altersvorsorge, dem Wirtschaftsprofessor Bert Rürup, benannt. Mit der Basisrente erhalten Vorsorgesparer Steuervorteile. Die Beiträge können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Insgesamt stehen Alleinstehenden 20.000 EUR pro Jahr und Verheirateten 40.000 EUR zur Verfügung. Davon können 2011 72 Prozent der Beiträge steuermindernd angesetzt werden. Dieser Wert steigt bis zu Jahr 2025 auf 100 Prozent an.

Im Gegenzug erfolgt die nachgelagerte Besteuerung der Rentenleistungen im Alter. Im Jahr 2010 müssen Neu-Rentner 60 Prozent ihrer Altersbezüge versteuern. Ab 2040 müssen dann 100 Prozent der Rente versteuert werden.

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