Rürup-Rente für Selbständige

Informationen zur Altersvorsorge

Sichere Altersvorsorge mit steuerlicher Förderung? Die Rürup-Rente bietet für Selbständige die Möglichkeit, flexibel und steuerbegünstigt Vorsorge zu betreiben. Mit den nachfolgenden Informationen erhalten Sie die wesentlichen Merkmale und Vorteile der Basisvorsorge.

Vorteile einer Rürup-Rente für Selbständige

Selbständige zahlen in der Regel weder in die gesetzliche Rentenversicherung noch in ein berufsständisches Versorgungswerk ein. Daher hat der Gesetzgeber die staatlich geförderte Rürup-Rente geschaffen. Die Beiträge können steuermindernd für die Altersvorsorge angelegt werden. Zudem ist das Vertragsguthaben bei Insolvenz vor einer Pfändung geschützt. Gläubiger haben keinen Zugriff auf das angesparte Kapital.

Durch die flexible Beitragszahlung können Selbständige je nach finanzieller Lage und Geschäftsentwicklung steueroptimiert Beiträge in die Basisrente einzahlen. Stellt man z.B. am Jahresende fest, dass die Umsatzentwicklung positiv verlaufen ist, erlaubt die Zuzahlungsoption die Möglichkeit zur Steuerersparnis. Neben der Altersvorsorge können Zusatzversicherungen (Berufsunfähigkeitsversicherung, Hinterbliebenenversicherung) eingeschlossen werden. Durch die Aufnahme in den Rürup-Vertrag ist der komplette Beitrag vom steuerlichen Einkommen abziehbar.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass in der Ansparphase keine Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge entrichtet werden muss. Auf diese Weise kann der Zinseszinseffekt eine stärkere Wirkung entfalten.

Kennzeichen der Rürup-Rente

Die Rürup-Rente zählt zur sogenannten 1. Schicht der Basisversorgung, ist jedoch kapitalgedeckt. Der Gesetzgeber hat bestimmte Vorgaben installiert, die erfüllt werden müssen, damit eine steuerliche Förderung erfolgt. Dazu zählen:

  • Kein Kapitalwahlrecht,
  • Verrentungspflicht für alle Leistungen des Vertrages,
  • Frühester Rentenbeginn ist das 60. Lebensjahr,
  • Schutz vor Pfändung in der Ansparphase,
  • Keine Vererbbarkeit, Beleihbarkeit, Veräußerbarkeit der Vertragsleistungen.

Für Verträge, die nach dem 31. Dezember 2011 abgeschlossen werden, darf die Rentenzahlung erst mit Vollendung des 62. Lebensjahres beginnen. Damit wird der Anhebung des Renteneintrittsalters in der gesetzlichen Alterssicherung Rechnung getragen. Als Produktvarianten stehen die klassische, die fondsgebundene oder britische Rentenversicherung oder Fondssparpläne zur Verfügung.

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Selbständige: Steuerliche Förderung der Rürup-Rente

Die Beiträge zur Rürup-Rente können als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Für das Jahr 2011 können 72 Prozent der Beiträge angesetzt werden. Dieser Betrag steigt bi zum Jahr 2025 jährlich um zwei Prozentpunkte an, so dass dann 100 Prozent der Beiträge steuermindernd angelegt werden können. Maximal können Ledige 20.000 Euro pro Jahr in die Basisvorsorge einzahlen. Für Verheiratete verdoppelt sich dieser Betrag auf 40.000 Euro.

Wer 10.000 Euro im Jahr investiert kann demnach im Jahr 2011 7.200 Euro steuerlich geltend machen, im Jahr 2012 dann bereits 7.400 Euro, bis im Jahr 2025 die vollen 10.000 Euro angesetzt werden können.

Im Gegenzug müssen die Rentenleistungen nachgelagert, d.h. im Rentenbezug, versteuert werden. Der zu versteuernde Anteil hängt dabei vom Rentenbeginn ab. Wer z.B. im Jahr 2011 in Ruhestand geht, muss 62 Prozent der Rentenleistungen versteuern. Der Steueranteil steigt bis 2020 jährlich um zwei Prozentpunkte, danach bis 2040 jährlich um einen Prozentpunkt an. Dies bedeutet, dass im Jahr 2040 erstmals die vollen Leistungen aus der Basisversorgung der Besteuerung unterliegen. Der steuerfreie Anteil wird als Euro-Betrag lebenslang festgeschrieben. Demnach sind Rentenerhöhungen immer zu 100 Prozent zu versteuern.

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