Rückkaufswert Lebensversicherung

Welchen Rückkaufswert Lebensversicherungen mindestens bieten müssen

Der Sinn von Kapitallebensversicherungen besteht in der finanziellen Hinterbliebenen-Absicherung, aber auch darin, bis zum Ende der Laufzeit ein Vermögen zu bilden. Wir raten für den Fall der vorzeitigen Kündigung, auch darauf zu achten, welchen Rückkaufswert Lebensversicherungen haben.

Warum den Rückkaufswert Lebensversicherung beachten?

Die Versicherungsbedingungen kapitalbildender Lebensversicherungen enthalten eine Reihe wichtiger Bestimmungen, deren Beachtung beim Abschluss der Versicherung wichtig ist. Dazu zählen

  • Laufzeit,
  • Beitragshöhe,
  • Überschussbeteiligung,
  • Versicherungssumme,
  • Rückkaufswert Lebensversicherung.

Während der Versicherungsnehmer die Höhe der Versicherungssumme, die Laufzeit und somit indirekt auch die Beitragshöhe für die Lebensversicherung beeinflussen kann, hat er keinen Einfluss darauf, mit welchem Rückkaufswert Lebensversicherungen verbunden sind. Aus diesem Grund muss gerade diesem Punkt eine besondere Beachtung gewidmet werden. Die Beiträge zu einer kapitalbildenden Lebensversicherung sind aufgrund der vereinbarten Versicherungssummen und langer Laufzeiten in der Regel relativ hoch.

Versicherungsnehmer können zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses jedoch noch nicht absehen, wie sich ihre wirtschaftliche Situation über die lange Laufzeit der Lebensversicherung entwickeln wird. Arbeitslosigkeit, Unfälle oder andere Schicksalsschläge können die Einkommensverhältnisse drastisch verschlechtern, sodass es kaum noch möglich ist, die hohen Lebensversicherungs-Beiträge zu bezahlen. Da unter Umständen bis zu diesem Zeitpunkt bereits ein relativ hohes Vermögen in der Lebensversicherung angesammelt wurde, wäre eine Kündigung mit hohen Verlusten verbunden, gäbe es nicht Bestimmungen darüber, dass Versicherer im Fall der Kündigung einer kapitalbildenden Lebensversicherung die bis dahin eingezahlten Beiträge abzüglich entstandener Kosten und gegebenenfalls zuzüglich möglicher Gewinnbeteiligungen zurückzahlen müssen. Gerade dann, wenn sich ein Versicherungsnehmer in einer kritischen wirtschaftlichen Situation befindet, kann zudem der Rückkaufswert der Lebensversicherung hilfreich sein, um diese Krise zu überbrücken.

Welchen Rückkaufswert Lebensversicherungen bieten

Darüber, welchen Rückkaufswert Lebensversicherungen im Fall der Kündigung vor dem Ende der Laufzeit bieten müssen, trifft das Versicherungsvertragsgesetz feste Regelungen. Zum Rückkauf der Lebensversicherung durch den Versicherer kommt es in der Regel dann, wenn der Versicherungsnehmer den Versicherungsvertrag vor dem Ende der Laufzeit kündigt. Dazu ist er immer zum Ende der jeweils laufenden Versicherungsperiode berechtigt, sofern es sich um eine Lebensversicherung handelt, bei der der Eintritt einer Verpflichtung des Versicherers gewiss ist, also einer Kapitallebensversicherung, die sowohl im Todesfall als auch im Erlebensfall die Versicherungssumme auszahlen muss.

Darüber hinaus bestehen grundsätzlich vertragliche Vereinbarungen, nach denen die Kündigung und der damit verbundene Rückkauf möglich sind.
Um festzustellen, welchen Rückkaufswert Lebensversicherungen mit sich bringen, ist zunächst festzustellen, ob durch die Beitragszahlungen des Versicherungsnehmers bereits ein Wert entstanden ist. Grundsätzlich ist das in den ersten Versicherungsjahren nicht der Fall, da mit dem Abschluss der Lebensversicherung Kosten verbunden sind, die zunächst einen negativen Saldo auf dem Lebensversicherungskonto bilden. Dabei handelt es sich um Abschlussgebühren und unter Umständen Provisionen, die zulasten des Versicherungsnehmers an Vermittler gezahlt werden. Sobald bereits ein Vermögen auf dem Versicherungskonto vorhanden ist, muss der Versicherer dieses inklusive der bereits zugeteilten Überschussanteile und des vereinbarten Schlussüberschussanteils auszahlen. Hinzu kommt mindestens der halbe Anteil der auf den Vertrag entfallenden Bewertungsreserven.

Macht auch der Rückkaufswert Lebensversicherungen interessant?

Grundsätzlich macht der Rückkaufswert Lebensversicherungen nicht zu einer interessanten Finanzanlage, sondern ist vor allem dazu geeignet, den Verlust aus der vorzeitigen Kündigung einer Lebensversicherung so gering wie möglich zu halten. Da seit einer Gesetzesnovellierung im Jahr 2008 die Richtlinien für die Bewertung des Rückkaufswerts von Lebensversicherungen strenger gefasst werden, sind die Verluste nicht mehr so hoch, wie noch vor dieser Änderung.

Wer eine Lebensversicherung mit Kapitalbildung abschließt, beabsichtigt neben der Absicherung seiner Hinterbliebenen im Todesfall die Bildung eines mehr oder weniger großen Vermögens. Die Entscheidung zur vorzeitigen Beendigung dieser Vermögensbildung geschieht meist aus einer Not, sodass der Versicherungsnehmer eine höhere Geldsumme benötigt oder nicht mehr in der Lage ist, die Versicherungsbeiträge zu entrichten.

In dieser Situation darf der Versicherungsnehmer nicht auch noch zusätzlich durch außergewöhnlich hohe Verluste geschädigt werden. Verlustreich ist die Kündigung einer Lebensversicherung jedoch in den ersten Versicherungsmonaten oder Jahren, denn zu Beginn bildet die Lebensversicherung noch kein Kapital und demzufolge keinen Rückkaufswert, sodass ein Rückkauf durch den Versicherer nicht erforderlich ist. Für den Versicherungsnehmer bedeutet eine derart frühzeitige Kündigung, dass die bereits eingezahlten Beiträge als Verlust verloren sind. Eine Tabelle mit der Höhe der Rückkaufswerte nach den jeweiligen Versicherungsperioden liegt der Versicherungspolice bei.